Tante Reisefieber
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Dunkle Geschichte: Schindlers Emaillefabrik und das Konzentrationslager Auschwitz

„Wer auch immer ein einziges Leben rettet, der ist, als ob er die ganze Welt gerettet hätte”

babylonisches Talmud Traktat Sanhedrin 37a

Krakau: Wunderschöne Altstadt, Bummeln, Eisessen, Urlaub. Und: Deutsche Besatzung, zweiter Weltkrieg, Verfolgung, Mord und Wahnsinn. Ich habe mir lange überlegt, ob ich mich mit der dunklen Seite Krakaus, und damit mit dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte, mit Verantwortung, Fragen nach Schuld und Unschuld, Vergeben, Vergessen und Erinnern auseinandersetzen möchte. Nicht zum ersten Mal erlebe ich deutsche Geschichte als Besatzergeschichte (Guernsey, Britische Inseln) und auch ein Konzentrationslager habe ich besichtigt. Also warum noch einmal? Schaulust?

Der Besuch im Konzentrationslager ist eine Verantwortung. Durch den Besuch und die Beschäftigung mit der unmenschlichen Grausamkeit übernehme ich Wissen und Verantwortung, solche nicht wieder geschehen zu lassen. Ich zolle den Opfern meinen Respekt, denn dieser Ort war ein Versuch, ihnen jegliche Menschlichkeit abzusprechen und zu nehmen. Auschwitz ist kein Touristenziel, kein Sightseeing-Must-Have. Es ist eine Mahnung.

Oskar Schindlers Emaillefabrik

Wer auch immer ein einziges Leben rettet…

Aus der Schule erinnere ich mich dunkel an Oskar Schindler und seine berühmte Liste der Juden, die er davor bewahrte, im Konzentrationslager ermordet zu werden. Ein Spielfilm, berührend, bedrückend, aber weit weg. Bis ich vor dem Eingang der Emaillewarenfabrik, der Fabryka Emalia Oskara Schindlera, im Zentrum Krakaus stehe. Und ich stehe erst einmal gut eineinhalb Stunden, denn Tickets habe ich nicht vorgebucht. Warten ist nicht meins…aber: Was für ein Segen, dass ich heute in dieser Schlange an dieser Stelle zu dieser Zeit stehen darf.

Produktionshallen gibt es heute keine mehr, doch das Verwaltungsgebäude der Fabrik von Oskar Schindler steht noch. Nach Verstaatlichung und Nutzung als Fabrik für Telekommunikationsanlagen nach dem Krieg wurde das Gelände 2005 von der Stadt Krakau zurückgekauft und ein beeindruckendes Museum eingerichtet, das den Besucher mitnimmt durch die Zeit der deutschen Besatzung Krakaus von 1939 bis 1945 mit Schwerpunkt auf dem Schicksal der Juden im Krakauer Ghetto.

Ich betrete das Fotostudio, von den Wänden schauen mich Kinder, Frauen und Männer an, alle mit Lebenszielen, Erwartungen, Hoffnungen. Themenraum für Themenraum tauche ich ein in ein Grauen, dass immer unfassbarer wird.

Wie kann so etwas geschehen?

Der letzte Tag im Frieden, Einmarsch der Deutschen, für Juden und Nicht-Juden getrennte Geschäfte; geschlossene Unversitäten, Aufbau des Ghettos, Transport der Juden nach Auschwitz… lange stehe ich vor Bildern, letzten Postkarten, einer verlorenen Brille. So viel Hoffnungslosigkeit. Und nach und nach kleine Schritte, die das Grauen nicht aufhalten, die nicht aus „Heiligkeit“ entstehen, sondern (zunächst) auch aus Wirtschaftlichkeit, und die unter hohem Risiko am Ende aber 1300 Juden vor der Vernichtung retten. Während ich durch die Ausstellung laufe, nimmt meine Bedrückung immer weiter zu. Das ist kein fröhlicher Museumsbesuch hier, das ist schwere Kost, ein Blick in den menschlichen seelischen Abgrund. Aber bei aller Bedrückung macht sich auch Bewunderung breit für Menschen, die in dunkelsten Zeiten immer wieder kleine Hoffnungszeichen setzen. Was bringt Menschen dazu, Universitätsabschlüsse im Untergrund zu machen; geheime Theater im Untergrund weiterzuführen; Menschen bei eigener Lebensgefahr zu verstecken? Was ist das Schöne in der menschlichen Seele?

In den Themenräumen sind anschauliche Stationen mit Informationstafeln, Ausstellungsstücken und Videotafeln aufgebaut. Es sind keine klassischen Museumsräume, sondern dem tatsächlichen Alltag im besetzten Krakau nachempfundene Kulissen. Der Film Schindlers Liste nimmt nur einen sehr kleinen Teil der Ausstellung ein; das Büro von Oskar Schindler kann besichtigt werden.

Hinweise – Oskar Schindlers Fabrik:

Wie kommt man hin: Aus dem Zentrum sehr einfach zu Fuß, einmal quer über die Weichsel. Vom Stare Miasto (Krakau Altstadt) kann man immer die Straße Starowislna gradeaus Richtung Weichsel laufen und braucht ca. 30 Min. zum Museum. Mit dem Zug (Station Krakow Zablocie) und verschiedenen Bussen kommt man ebenfalls hin. Als zusätzlicher Orientierungspunkt: Das Museum liegt direkt neben dem nationalen Kunstmuseum.

Und Tickets?: Wer nicht in einer (auch Corona bedingt) langen Schlange bis gut zwei Stunden draußen vor der Tür warten möchte, sollte sehr früh kommen oder noch besser die Tickets online über die offizielle Seite kaufen. Die offizielle Ticketseite ist: https://bilety.mhk.pl/?lang=en ; ein Kauf über diverse Touristenportale ist nicht notwendig. Wer ein Ticket über die offizielle Seite kauft, kommt auch zum gebuchten Zeitfenster rein.

Und sonst? Das Museum ist unbedingt zu empfehlen; auch ganz besonders, wenn man noch Auschwitz besuchen möchte. Man erhält unheimlich viel Hintergrundwissen, das helfen kann, die Erlebnisse in Auschwitz besser einzuordnen. Für kleine Kinder ist die Ausstellung nicht geeignet!

Konzentrationslager Auschwitz / Auschwitz-Birkenau

Wie kann man Grauen in Worte fassen?

Je mehr ich über den Nationalsozialismus, den zweiten Weltkrieg und die Todesmaschinerie lerne, desto unbegreiflicher wird es. Kann man Grauen in Worte fassen?

Es regnet in Strömen. Im jüdischen Viertel werde ich von einem kleinen Gruppenbus abgeholt; diese Tour mache ich komplett geführt. Bis nach Oświęcim (Ausschwitz) brauchen wir etwa eine Stunde; im Bus läuft ein Informationsfilm über Auschwitz, der zwar alt ist, aber erschreckend offen über Auschwitz berichtet. Ich schaue hin. Und dann ganz kurz weg. Die Bilder sind schwer auszuhalten.

In Auschwitz gibt es aktuell nur geführte Gruppenführungen (und ich hoffe, dieses wird aus Respekt vor dem Ort auch in Zukunft so beibehalten). Unsere Touristenguidin – es fällt mir schwer, in diesem Rahmen das Wort Führerin zu benutzen – führt uns über das Gelände, zu und in Baracken, durch den Matsch zu den Krematorien. Menschen aus allen Richtungen der Welt, 20 verschiedene Sprachen, Kinder, Frauen Männer, jung und alt – verfrachtet ins Nirgendwo, um zur Arbeit gezwungen oder direkt getötet oder als Material zerlegt zu werden.

Ich habe mir viele Gedanken gemacht, ob und wieviel ich in Auschwitz fotografieren möchte. Für mich ist nicht das Fotografieren an sich dort ein Problem, sondern das wie. Braucht man das „lustige Todesselfie vor der Erschießungswand“? Sicher nicht. Fotos als Dokumentation, dass man diesen Ort besucht hat? Warum nicht? Fotografieren ist in Auschwitz grundsätzlich nicht verboten. Es gibt jedoch einzelne Ausnahmen, z.B. ein großes Glasfenster mit zwei Tonnen Haaren von ermordeten Menschen. Für mich persönlich habe ich mir in Auschwitz die Frage gestellt, warum ich etwas fotografieren soll, was andere viel besser, respektvoll und mit viel Taktgefühl bereits dokumentiert haben. Und daher gibt es an dieser Stelle nur wenige Bilder. Vielmehr möchte ich euch dringend den Beitrag von Breitengrad 66 ans Herz legen; eine wunderbare Fotoblogreportage mit ausdrucksstarken Bildern und viel Emotion: https://www.breitengrad66.de/2014/03/18/ein-besuch-in-auschwitz/

Vieles, was ich an diesem Tag erfahre, berührt mich tief: Tod oder Arbeitslager nach Handzeichen des Arztes auf der „Judenrampe“, willkürliche Erschießungen bei Flucht von Mithäftlingen, Geschichten von Krankheit, Hunger und jeder muss sich selbst der Nächste sein. So viel Dunkelheit – das muss der tiefste Abgrund der menschlichen Seele sein. Und dennoch: Immer wieder gibt es auch kleine Geschichten von Hoffnung, von Leben: Kinder, die nach Sterilisationsexperimenten von Mengele doch noch geboren werden; die Geschichte von Pater Kolbe…

„Am 29. Juli 1941 wurden Männer als Vergeltungsmaßnahme für die nur vermutete Flucht eines anderen Häftlings, dessen Leiche später gefunden wurde, zur Ermordung aussortiert. Als einer der Männer, Franciszek Gajowniczek, der eine Frau und zwei Söhne hatte, in lautes Wehklagen um sich und seine Familie ausbrach, bat Pater Kolbe den Führer des Häftlingslagers Karl Fritzsch darum, den Platz von Gajowniczek einnehmen zu dürfen, und wurde am 31. Juli 1941 in den berüchtigten „Hungerbunker“ des Blocks 11 gesperrt. […] Am 14. August wurden Pater Kolbe und drei andere Verurteilte, die noch nicht verhungert waren, durch Phenolspritzen […] umgebracht und im Krematorium verbrannt. Gajowniczek überlebte das Konzentrationslager und starb 1995.“ – Wikipedia, Stand: 01.09.2021

Sehr, sehr nachdenklich verbringe ich meinen letzten Tag in Krakau.Vielmehr als jeder Geschichtsunterricht hat mich dieser Besuch in Auschwitz berührt. Warum steht ein Besuch im Konzentrationslager nicht als Pflichtbesuch in jedem Unterrichtscurriculum? Urlaub war dieser letzte Tag nicht, und dennoch bin ich froh, nach Auschwitz gefahren zu sein. Dieser Ort, die Geschichte der Menschen dort, hat mich tief berührt.

Hinweise – Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau

Wie kommt man nach Auschwitz? Vom Hauptbahnhof Krakau (Kraków Główny) aus mit dem Zug oder dem Bus bis zum Hauptbahnhof von Oświęcim, dann hat man noch ca. 3 km Laufweg vor sich, die Fahrt dauert ca 1 1/2 Stunden. Alternativ kann man mit einem Busunternehmen, z.B. von Lajkonik (Fahrplan nach Auschwitz), fahren, die mehrmals täglich hin und her fahren. Sehr komfortabel (aber auch teurer) fährt man mit einem privaten Touranbieter, der einen am Treffpunkt abholt und wieder zurückbringt. Über diese Tourguides bekommt man z.B. Infos bei der Touristeninformation in Krakow, oder man bucht direkt online über entsprechende Portale wie getyourguide oder tripadvisor. Hier bekommt man auch Pakete, bei denen man an einem Tag nicht nur Auschwitz, sondern auch das Salzbergwerk Wieliczka besuchen kann – für mich war dieses keine Option, denn ich wollte für beide Orte ausreichend Zeit haben. Meinen Ausflug nach Wieliczka findest du hier.

Tickets: Man benötigt ein Ticket für eine Gruppenführung, das man online direkt bei https://visit.auschwitz.org/(offizielle Seite) kaufen kann. Bucht man eine Tour ab Krakau, ist das Ticket für Auschwitz schon meist mit drin. Achtung: In Auschwitz muss man durch einen Sicherheitscheck und die Taschen werden wie am Flughafen kontrolliert. Das Ticket für Auschwitz beinhaltet den Besuch in Auschwitz (Museum Gedenkstätt) und in Auschwitz-Birkenau („Judenrampe“). Zwischen beiden gibt es Pendelbusse, alternativ kann man zu Fuß gehen.

Hinweise: Auf dem Gelände bewegt man sich fast ausschließlich draußen, außer bei der Besichtigung einzelner Blöcke, in denen Objekte oder Bilder ausgestellt sind. An einem Regentag wird es draußen sehr matschig, nicht alle Wege sind asphaltiert. Wer unvorbereitet kommt, kann am Kiosk in der Gedenkstätte Regenponchos für kleines Geld kaufen. Die Ausstellung ist für Kinder nicht geeignet!

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Und was hindert dich zu reisen? 10 Gründe, die vom Reisen abhalten

„Reisen bedeutet Grenzen zu überschreiten, auch die eigenen.“

Wanda Rezat

„Wow!“, schießt es mir durch den Kopf. „Da muss ich auch hin…unbedingt.“ Ich scrolle mal wieder durch Instagram und bewundere Orte, die ich nicht kenne, aufgenommen von Menschen, die ich nicht kenne. „Warum war ich noch nicht da?“ Es gibt so viele Gründe zu reisen, aber genau so viele, wenn nicht noch mehr, es nicht zu tun. Ob bewusst gewählt, gewünscht oder gezwungen. Viele Reisen von denen, die ich im Kopf durchspiele, mache ich nur dort. In meinem Kopf. Warum? Was hindert mich daran, zu reisen?

Was hindert dich daran, eine Reise zu machen,
von der du eigentlich träumst?

Photo by Dino Reichmuth on Unsplash
Photo by Dino Reichmuth on Unsplash

10 Gründe, die von einer Reise abhalten

Wenig Geld

Reisen kann man günstig, und Reisen kann man teuer, aber immer und in jedem Fall kostet es Geld. Ich persönlich brauche keinen Luxus, aber ein eigenes Zimmer. Ich brauche keinen First Class Flug, aber schnellen Transport von A nach B. Ich bin irgendwo mittendrin. Da für mich Reisen außerdem zum Zweck der Entspannung und des Entdeckens sind, kommt für mich persönlich Work-and-Travel nicht infrage. Und so muss das Geld zwischen den Reisen verdient werden. Das Geld bestimmt nicht nur die „luxuriöse“ Ausstattung der Reise, es bestimmt auch die Reisedauer (und andersrum genauso). Die Reise geht so lange, wie das Geld reicht. Manche „pausieren“ ihre Reise jeweils vor Ort, arbeiten dort ein bisschen, und reisen dann weiter. In Spanien habe ich einen Reisenden getroffen, der drei Monate in Deutschland in einem Telefoncenter durchackert, um dann die anderen neun Monate des Jahres Low-Budget durch die Welt zu reisen. Und ich mache es ganz klassisch: Arbeiten, und dann Urlaub nehmen.

Zeit ist knapp

Zeit ist kostbar, besonders, wenn man nur wenige Tage im Jahr Urlaub nehmen kann, weil man in einem normalen Vollzeitjob feststeckt. Manchmal gibt es auch „Zwangstage“, an denen man Urlaub nehmen muss, z.B. weil der Betrieb in dieser Zeit schließt. In meinem Job habe ich normalerweise 28 Urlaubstage, dazu einzelne Tage überstundenfrei. Für mich bedeutet das: Kalender wälzen, noch mal wälzen, dann noch einmal – um die besten Kombinationen von Wochenenden, Gleitzeittagen, Feiertagen und Urlaubstagen zu finden. So lange frei mit so wenig Urlaubstagen wie möglich ist mein jährliches Ziel.

Angst

Gegen Angst hilft genau eine Sache: Es tun. Vielleicht in Etappen, aber es tun. Solange das Ziel eines ist, das man wirklich erreichen möchte.

Mein Ziel war es, alleine zu reisen – Städtetouren, Wegfliegen. Ich wäre auch gerne so mutig, mich alleine durch irgendwelche Nationalparks zu schlagen, aber das unangenehme Gefühl würde mich begleiten, auch, weil so eine Aktivität eine ist, die ich gerne tun würde, die aber kein Herzenswunsch von mir ist, jedenfalls nicht alleine. Da bin ich zu sehr Kopf. Angst vor dem Fliegen, Angst vor dem Alleinsein, Angst vor der Nacht im Hotelzimmer, Angst vor den fremden Menschen, Angst vor …[beliebig ausfüllbar].

Aber wie sagt man: Angst entsteht im Kopf. Aus den Gedanken, die wir uns machen über die Dinge, die vielleicht geschehen könnten – mit uns auf Reisen, oder zu Hause in unserer Abwesenheit, oder beides.

Aber wie sagt man?
Angst entsteht im Kopf.

Heimweh

So ein kleines bisschen Heimweh unterwegs ist irgendwie etwas Schönes, ist es doch die Sehnsucht nach Orten und Menschen, die uns gut tun. Aber wie geht man mit Heimwehgefühl um, das allein bei dem Gedanken kommt, man könnte wegfahren und Heimweh bekommen? Und was, wenn es so stark wird, dass man gar nicht erst fährt? Tatsächlich denke ich, dass Heimweh, dass so stark ist, dass es mich aufhält, gar nicht nur Heimweh ist, sondern Angst mit im Paket steckt. Und dann muss ich mir die Frage stellen, wovor.

Fehlende Reisepartner

Ich würde gerne… wenn ich doch nur… nicht alleine wäre, jemand mitkommen würde. Tja. Alle, die ich gerne dabei hätte, haben entweder „reiseunpraktische“ Familie, müssen Arbeiten, haben keine Zeit, grade kein Geld, sind mit dem Partner unterwegs.

Im Augenblick ist bei mir nicht immer jemand da zum mitfahren, sodass ich die Wahl habe zwischen:
a) nicht zu reisen
b) mit einer mir unbekannten Person zu reisen
c) alleine reisen

Vor meiner ersten richtigen Soloreise nach Spanien war ich sehr sehr aufgeregt, obwohl ich vorher schon zig Male mit anderen gereist bin und auch mehrfach alleine geflogen bin. Aber so eine Reise, mit Hotelaufenthalten, Touren und Sightseeing…die war vorher noch nicht dabei. Und dann jagen die Gedanken: Wird es nicht deprimierend sein, alleine im Café zu sitzen, ohne jemanden, der sich mit mir unterhält? Werde ich abends im Hotelzimmer Panikattacken bekommen, weil ich nach Hause will? (Auf beide Fragen: Nein :)! Tatsächlich ist es so, dass ich durch das Alleinreisen neue Bekanntschaften gemacht habe, zu denen bis heute Kontakt besteht, einfach, weil ich aus meiner Komfortzone raus war. )

Organisation überfordert

Jede Reise ist anders, und jeder ist ein anderer Reisetyp. Von der Pauschalreise mit Flug, Hotel und Ausflugspaket über Kreuzfahrten, bei denen nichts organisiert werden muss bis zur Self-Made-Baukastenreise ist für jeden etwas dabei. Ein Hindernis kann die Reiseorganisation sein, wenn man eigentlich keine Pauschalreise machen möchte, denn dann gehört ein bisschen Planungsmotivation dazu. Ich plane meine Reisen gerne, mache gerne Tabellen, in denen ich Tage vorplane, Aktivitäten zusammensuche, Kosten kalkuliere. Ich mag es zu wissen, an welchem Tag ich was mache – wobei da durchaus auch auch flexibel umgeplant oder etwas weggelassen werden kann. Was ich nicht kann? Mich in den Flieger setzen und nicht wissen, wo ich die nächste Nacht verbringe…oder die nächsten zwei Nächte. So etwas würde mich so stressen, dass ich die Zeit nicht genießen könnte, vorallem, wenn ich alleine reise.

Seinen Reisetyp nicht kennen

Durch Instagram und Co wird uns ständig gezeigt, wie „aufregendes“ Reisen geht. Tolle Bilder von tollen Orten mit beeindruckenden Berichten (meist ohne Tiefs und voller Hochs) gaukeln uns vor, dass es DAS ultimative und einzig richtige Reiseerlebnis gibt – soviel aus einer Reise rausholen, so viel Abenteuer, wie möglich. Wie schnell gerät man da in einen Strudel des „Mithalten“ wollens / müssens? Und wie schnell findet man sich in einem Reisestil, der nicht der eigene ist? Backpacking ist schick, die Abenteuergeschichten von Backpackern aufregend, und die Bilder wundervoll. Aber bin ich ein Backpacker-Reisetyp? Ist das, was andere genießen, wirklich die Art, wie ich reisen will? Warum ich reisen will?

Es gibt so viele Reisetypen – Backpacker, Camper, Aktivurlauber, Strandlakenausleger, Hoteljunkies und Waldpfadsucher, Low-Budget oder Luxusurlaub ohne Limit. Zu Fuß vom Nordkap bis nach Südafrika oder mit dem Flieger von Düsseldorf nach Frankfurt…(den Umweltaspekt dabei außen vor…).

Welcher Reisetyp bist du?

Ich reise gerne mittig. Kein Hostel mit Mehrbettzimmer (ich kann nicht mit Atmern und Schnarchern) aber Luxus brauche ich auch nicht. Ich möchte Sehenswürdigkeiten, Wellness weniger, Strandmatte gar nicht. Ich brauche keine Clubs, dafür nette Straßencafés. Keinen Infinitypool, aber ein sauberes, bequemes Bett. Reisebegleitung, wenn ich sie mag – aber ohne geht’s auch.

Und seit ich weiß, wie ich gerne reise, weil es mir gefällt, weil ich es mir so leisten kann, oder warum auch immer, und es dann auch so tue, ist der Druck raus. Der Druck „mithalten“ zu müssen, der Druck, den man sich selber macht, vor den Arbeitskollegen, die von ihrem Urlaub im Luxushotel vorschwärmen…

Nicht die Reise definiert mich, sondern ich die Reise. Und dann schaue ich, was die Reise mir schenkt.

Persönliche Voraussetzungen

Der obere Punkt hängt für mich sehr stark mit dem Kennen des eigenen Könnens, mit der richtigen Selbsteinschätzung zusammen. Gerne würde ich einmal oben auf dem Mount Everest stehen – konditionell und von meiner psychischen Belastbarkeit bin ich nicht nur den Mount Everest davon entfernt. Passen Zweck meiner Reise und körperliche und psychische Verfassung zusammen? Was möchte ich von mir fordern? Was kann ich von mir fordern? Und welche Zwischenschritte würden es mir vielleicht doch ermöglichen, das Ziel zu erreichen?

Hinzu kommt, dass manche körperlichen oder psychischen Belastungen bestehen können, die einen auf einer Reise begleiten werden – und dann ist wieder Organisationstalent gefragt: Wo bekomme ich ein Hotel her, das ein rollstuhlgerechtes Zimmer hat? Gibt es die Museeumsführung auch in Blindenschrift oder in Gebärdensprache? Gibt es Assistenzdienste, die es ermöglichen, Sightseeing zu erleben, obwohl die Phobie einem sagt, man solle sich am besten im Zimmer einschließen?

Sorgen um die Sicherheit auf Reisen

Für jeden bedeutet Sicherheit etwas anderes, aber in jedem Fall eine körperliche und psychische Unversertheit bzw. Absicherung im Notfall.

Als ich das erste Mal alleine weggefahren bin, habe ich mir nicht nur allgemein Gedanken darum gemacht, wie es ist, alleine wegzufahren, sondern auch, wie es ist, als Frau alleine wegzufahren. Wichtig dabei: Wo geht die Reise hin? Denn als alleinreisende Frau in Spanien verhalte ich mich anders als alleinreisende Frau in Indien oder in Marokko oder in [beliebig ergänzen]. Es schadet nie, sich mit kulturellen Besonderheiten eines Landes vertraut zu machen. Eine für mich wichtige Regel:

Listen to the locals!

Auf die Einheimischen hören – wenn ein Ortskundiger mir sagt: Gehe im Dunkel nicht durch Stadtviertel X oder Straße Y – dann tue ich es nicht. Ich muss das Rad nicht neu erfinden.

Krank werden kann man unterwegs immer! Deswegen ist das A & O eine gute Auslandsreiseversicherung mit Rücktransport im Schadensfall. Diese kostet wenig Geld, bringen aber ein hohes Maß an medizinischer Sicherheit.

Sorgen um die Sicherheit zu Hause

Auf einer kurzen Reise für wenige Tage macht man sich meist weniger Sorgen um zu Hause oder um die, die zu Hause auf einen warten. Alles noch einmal kontrolliert – Bügeleisen aus? Herd aus? Tür zu, fertig.

Was aber, wenn es Personen oder Tiere gibt, um die man sich während einer Reise Sorgen macht? Vielleicht hat man eine Person mit Betreuungsbedarf, die zu dieser Zeit woanders betreut wird, vielleicht hat man ein Haustier, das versorgt werden muss. Vielleicht hat man eine besondere Pflanzensammlung oder macht sich Gedanken, wie der Balkon den nächsten Sturm überstehen soll. Vielleicht hat man die Sorge, bei Wiederkehr einen überquellenden Postkasten und jede Menge unbezahlte Rechnungen zu finden. Sorgen, die das eigene Heim betreffen, wenn man auf Reisen ist, gibt es viele.

Ich persönlich benötige immer einen Katzensitter, und inzwischen leider auch einen, der sich mit Medikamentengabe auskennt und bereit ist, im Notfall ratzfatz den Tierarzt aufzusuchen. Auch wenn ich dem Katzensitter vertraue, bleibt ein kleiner mulmiger Restgedanke, der besonders kurz vor Abreise riesig wird. Inzwischen habe ich eine Infomappe angelegt, in der alles aufgeschrieben steht (Vorgehen im Notfall, Notfallnummern, etc.), sodass die Betreuungsperson alle Infos hat, die wichtig sind. Dennoch kommt manchmal der Gedanke, ob ich nicht lieber zu Hause bleiben soll.

Reise, und du lernst dich kennen

Es sind so viele Faktoren, die einen vom Reisen abhalten können, obwohl man so gerne wegmöchte. Vortasten hilft dabei, sich an die eigene persönliche Wohlfühlreise, die eine perfekte, persönliche Balance aus Anforderung, Entspannung und Aufregung bietet, vorzutasten. Und je weiter man sich vortastet, desto weiter wird der Wohlfühlradius. Egal wie du reist, wohin und mit wem. Es ist deine Reise. Ganz allein deine Reise. Und wohin es dich führt: Ich wünsche dir ganz wundervolle Momente!

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Reisebericht: Granada und der Zauber der Alhambra – Andalusien Etappe 1

Der Duft der Orangenblüten ist das Versprechen des Sommers.


Vom 16.03.2019 bis zum 23.03.2019 habe ich mich auf eine kleine Soloreise durch Andalusien in Spanien gemacht und mir mit dem Besuch der Alhambra einen kleinen Traum erfüllt. Die erste Etappe hat mich von Düsseldorf nach Granada geführt.

16.03.2019

Blitzdurchlauf am Düsseldorfer Flughafen: So schnell bin ich noch nie durchgekommen. Selbst an der Sicherheitskontrolle, an der ich alleine (!) an einem Band stehe, ist alles entspannt ohne panikartiges Auspacken, Einpacken und Flüchten. Nach einem angenehmen Flug komme ich gegen 11:00 in Malaga an und bin ein wenig verwirrt, dass ich ohne eine einzige Passkontrolle (weder in Deutschland noch in Spanien) aus dem Flughafen ins Land komme. Habe ich irgendwie den Mitarbeiterausgang genommen?

Vor dem Flughafengebäude finde ich ohne Schwierigkeiten die ALSA Bushaltestelle. Si, no, no, si – ab die Post nach Granada im bequemen Reisebus. Alles eine ganz neue Sprachhörerfahrung hier.

Eine ältere Dame setzt sich neben mich. Ich sitze neben dem Fenster. Sie winkt wild, beugt sich zu mir rüber, und klopft immer wieder über mich hinweg an die Scheibe. Draußen steht ein junger Mann und versucht angestrengt rauszufinden, von welcher Scheibe das Klopfen kommt. Ich muss lachen, denn irgendwann geht der Mann zu einem falschen Fenster, klopft und winkt der falschen Person, während die ältere Dame drinnen versucht, seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich helfe ihr vor der Fahrt, die Fußstange des Vordersitzes auf ihre Beinlänge einzustellen, damit sie ihre Füße aufstellen kann. Dafür bekomme ich eine interessierte – nur spanisch sprechende -Gesprächspartnerin, die mir die Fahrt über immer wieder Fragen stellt, die ich – immer wieder – nicht verstehe, auch nicht, wenn sie die Frage ungeduldig wiederholt. Irgendwann zuckt sie mit den Schultern und …fragt mich am Ende der Fahrt wieder irgendwas.

In Granada angekommen, staune ich zunächst über das grüne Gras zwischen den Bahnschienen – stelle dann aber fest, dass dieses Gras kein Wasser braucht – Plastik halt. Ich ziehe am Automaten ein Ticket, um die Bahn Richtung Hostel zu nehmen. Vieles steht hier auf Deutsch/Englisch und ich habe keine Schwierigkeiten, ein Ticket zu bekommen. Allerdings vermute ich in der Straßenbahn, dass ich das Ticket hätte stempeln müssen – also steige ich wieder aus und laufe das restliche Stück bei strahlendem Sonnenschein.  (Nachtrag: Noch später stelle ich fest, dass ich es einfach im Zug an den Automaten hätte halten müssen….)

Dank Google finde ich mein Hostel, das Hostal Lima, sehr schnell. Ich werde sehr freundlich vom Besitzer, einem ehemaligen Kölner – hurrah – begrüßt und über die wichtigsten Tapas-Bars in der Umgebung informiert. Seine Warnung, bestimmte Wege alleine im Dunkeln zu vermeiden, nehme ich mir zu Herzen.

Listen to the locals!

Heute Nacht schlafe ich in einem Museum! Das Hostal Lima ist in einem alten historischen spanischen Haus eingerichtet mit tollen Holzschnitzereien von Don Quichote, Rittern und anderen spanischen Persönlichkeiten. Leise plätschert vor meinem Zimmer ein kleiner Brunnen, im Flur plätschert die Musik von Forest Gump bis Celine Dion und im Zimmer plätschert meine Nase, denn das Zimmer ist sehr kalt! Zum Glück habe ich genug Klamotten dabei und Ohrenstöpsel auch (siehe: Meine Reiseessentials für die Packliste). Nach einem kurzen Zwischenstopp im Zimmer mache ich mich auf den Weg in die Altstadt von Granada und lasse mich einfach treiben. An der Kathedrale von Granada feiern viele Leute Jungesellenabschiede, und eine Gruppe hat eine richtige Band aufgestellt und reißt mit ihrer Musik die Leute mit, die einfach mittanzen. Ich mag diese Lebensfreude!

Ich gelange zum Basar hinter der Kathedrale und freue mich sehr an den arabischen Verzierungen der Häuser. Die Souvenirs sind schön, allerdings ist ein Großteil nicht typisch Granada/Spanien und mir z.B. auch aus den Dubai-Märkten sehr bekannt. Mal sehen, ob ich irgendwo ein erschwingliches gemaltes Bild für meine Hausgallerie finde.

Nach einem kurzen Besuch beim Palacio de la Madraza werde ich so langsam hungrig, aber irgendwie spricht mich nichts an. Klassisch wäre jetzt Tapas, aber ich fühle mich überfordert, auszusuchen. Vielleicht bin ich einfach zu müde. Ich gehe in einen kleinen Supermarkt und besorge ein paar Dinge, die ich auf dem Zimmer essen kann.

Morgen geht es zur Alhambra.  


17.03.2019

Heute wache ich sehr früh auf und weil noch kein Sonnenaufgang war, springe ich in meine Klamotten, schnappe mir meinen Rucksack und ein Banane-Saft-Frühstück, und flitze wie eine Verrückte Richtung Mirador San Nicholas, einem perfekten Aussichtspunkt, um die Alhambra im Sonnenaufgang zu fotografieren. Der Aussichtspunkt ist nur ca. einen Kilometer vom Hostel entfernt, aber weil ich so flitze (jetzt will ich den Sonnenaufgang schließlich erst recht nicht verpassen), komme ich oben ziemlich – sehr – ausgepumpt an. Was für ein Blick, während sich langsam die Sonne über den Horizont schiebt und zuerst alles in ein rosablaues Licht und dann in hellen Schein färbt. Außer mir sind nur noch eine Frau, ein Pärchen und ein fleißiger Helfer von der Straßenreinigung dort. Gut, dass ich früh da bin, denn es hat sich gelohnt und am Nachmittag ist es dort rappelpappelvoll!

Auf dem Rückweg zu meiner Unterkunft kaufe ich in einer kleinen Bäckerei ein paar Backwaren als Frühstück und Wegzehrung. Nach einer kurzen Pause im Hotel Lima mache ich mich auf den Weg, Granada zu erkunden.

Zuerst spaziere ich ein wenig um die Kathedrale und durch die Alcaiceria, einer kleinen Basarstraße. Es ist Sonntag und die meisten Geschäfte haben noch geschlossen.

Ratam. Ratam. Rataatatatataam. Plötzlich stehe ich einem sich einspielenden Musikkorps gegenüber, der grade losziehen will. Ich folge dem Getrommel und Getröte bis zur Iglesia de Santa Ana und gerate in eine Prozession. So etwas habe ich noch nie gesehen.

Danach wandere ich durch das ehemalige jüdische Viertel, das ehemalige arabische Viertel und merke, wie mir langsam durch die vielen Treppen in den kleinen Gassen die Kraft ausgeht. Irgendwie komme ich heute weder mit gedruckter Karte noch mit meinem Handy klar, und lande darum dreimal an der Kirche von St. Ana. Vorbei komme ich an einer Werkstatt eines Gitarrenbauers und an vielen Läden, die traditionelle Handwerkskunst zeigen. Ein bisschen Flamenco dazu – obwohl diese Art des Tanzes so gar nicht meine ist. Ich beschließe, mich Richtung Alhambra zu wenden, um ganz in Ruhe hochzulaufen, und nehme einen Umweg durch kleine Seitengassen. Ich folge einem Schild, auf dem Alhambra steht, und lande stattdessen nach einer Weile im schönen Park Carmen de los Martires – aber ich kann nicht mehr! Ich fülle meine Wasserflasche im Park auf und suche mir eine Palme aus – hier bleibe ich die nächste Stunde sitzen!

Gegen 14:00 mache ich mich zur Alhambra auf und bin innerhalb von 15 Minuten am Eingang. Da ich noch Zeit habe, bevor ich in den Nasridenpalast darf, schaue ich mir zuerst die Alcazaba an, die Wehrburg. Was für ein fantastisch strategischer Aussichtspunkt! Mein Blick schweift in alle Richtungen, über ganz Granada. Mich fasziniert der Gedanke, dass hier im neunten Jahrhundert ebenfalls Menschen gestanden haben, auf das Land unter ihnen geschaut haben, gelacht, gelebt und geliebt (und gehasst) haben, wie wir es heute tun.

Um 16:15 stehe ich in meiner Schlange zum Einlass in den Nasriden-Palast. Ich bin sofort verzaubert und nach Raum 3 fast erschlagen von so viel Mosaiken, Wandinschriften und Verzierungen. Die islamische Kunst der Mauren ist wunderwunderschön und ein Raum prunkvoller ausgestattet als der nächste. Die Zeit vergeht wie im Flug, so dass mir am Ende keine Zeit mehr bleibt, den Palacio del Generalife ausgiebig anzuschauen. Hinter mir wuseln schon die Mitarbeiter rum und werfen freundlich die Leute raus, denn heute schließt die Alhambra schon um 18:00. Ich flitze durch die unteren Gärten bis zum Ausgang, die Mitarbeiter im Rücken.

Auf dem Rückweg zu meinem Hostel lande ich zum vierten Mal bei Ana und ihrer Kirche, aber inzwischen kenne ich mich so aus, dass ich den Weg ganz gut wiederfinde.

Und morgen? Wenn meine Beine noch dran sind, möchte ich morgen Vormittag gerne raus auf eine Wandertour bei Monachil und mir die Los Cahorros ansehen, und abends Churros essen.


Alle Reiseberichte zu meiner Reise durch Andalusien gibt es hier:

Infos zu Organisation und Kosten dieser selbstgeplanten Solo-Reise findest du in diesem Blog-Beitrag.

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Reisebericht: Guernsey Coastal Path – Küstenpfad Etappe 1: St. Peter Port – Icart Point


Mein Projekt: Bailiwick of Guernsey – Coastal Walk
Länge: ca. 70km – gesehen: 15km

St. Peter Port => Icart Point

Streckeninfos

Route: Guernsey Coastal Path – Küstenpfad Etappe 1: St. Peter Port – Icart Pointt
Dauer: 3:46 bei 4,0 km/h
Streckenlänge: 15,0 km
Aufstieg: 410 m
Abstieg: 390 m
Schwierigkeitsgrad: mittel,sehr viele unregelmäßige Treppen und Stufen
GPX-Track und Profil unter: https://www.komoot.de/tour/40671229
Nutzung des Tracks auf eigenes Risiko – beachte immer die Anforderungen der Strecke vor Ort!

Wanderbericht

Auf geht es zur ersten Etappe des Guernsey Coastal Path. Insgesamt warten ca. 70 km darauf, erlaufen zu werden. Wie weit ich komme… keine Ahnung, denn dieses ist meine erste Wanderung mit mehreren Tagesetappen. Hauptsache erstmal los, und dann gehe ich nicht zum Weg, sondern der Weg kommt zu mir. Im Optimalfall…wenn er sich nicht verläuft.

Ich starte am Busbahnhof von St. Peter Port, den ich gestern im Regen etwas ausgekundschaftet habe. Heute freue ich mich darüber, dass die Sonne den Schwarzweißfilm von gestern bunt färbt. An der Hafenmauer schieße ich noch ein Startfoto… und in fünf Tagen will ich wieder hier stehen.

Der Weg führt mich schnell aus der Stadt und aufwärts. Dass es aufwärts geht, auch mit ein paar Stufen, damit habe ich gerechnet (, aber nicht wirklich mit dem, was noch kommt). Die Steigung ist angenehm und schon nach wenigen Minuten stehe ich oben bei der Clarence Battery mit ihren ausgestellten Kanonen und toller Aussicht auf die Stadt, das Meer und die Nachbarinseln. Die Möwen kreischen, das Meer rauscht, der Wind weht leise und grade nieselt es leicht. Das Möwenkreischen vermischt sich mit dem Zwitschern der Waldvögel auf meinem Weg und zusammen ergibt sich eine einmalige Geräuschkulisse… andere Geräusche (Auto!) gibt es nicht.

Verwunschene Pfade zwischen alten moosbewachsenen Bäumen, das Moos glänzt vor Nässe und lässt sich ausdrücken wie ein Schwamm. So viele Pflanzen, die ich noch nie gesehen habe, wachsen hier wild durcheinander.

Und dann geht es los…Treppen über Treppen, Stufen über Stufen… der Blick, Wahnsinn! Dieser tolle Ausblick wird mich begleiten, die wahnsinnigen Treppen leider auch. Keine normalen Stufen, sondern Riesenstufen in Höhe und Breite, endlos nach oben gehend… und dann wieder runter, um wieder raufzugehen.

Aber dafür werde ich immer wieder mit neuen Ausblicken belohnt, und als sich nach einigen weiteren Kilometern hinter mir die Strände ausbreiten die Cliffs zu sehen sind, die zuvor vor mir lagen und die ich abgelaufen bin, bin ich auch ein kleines bisschen stolz.


Immer wieder wechseln auf dem Weg Waldpfade und Klippenpfade, Asphaltstrecken gibt es so gut wie keine. Und das nächste Wow wartet auf mich am Moulin Huet Bay, der mich so fasziniert, dass ich hier eine längere Pause einlege.

Teezeit! Immer wieder komme ich an kleinen Tearooms vorbei, aber da ich gut versorgt bin, kann ich einfach weiter und kehre nicht ein.

Wie leicht die Menschen zu irritieren sind: Unterwegs finde ich eine schöne Tasche auf dem Weg, und weil der Moulin Huet Tearoom gut besucht ist, stelle ich mich einfach zwischen die Leute und rufe fragend, ob sie einer verloren hat. Viele fragende Autoblicke.Der Moulin Huet Strand ist so beeindruckend! Über eine Treppe (ha!) geht es hinunter in die Bucht zwischen die Felsen, die nur frei liegen, weil grade Ebbe ist. Hinter mir hat sich ein Wasserfall den Weg die Steilklippe nach unten Richtung Meer gesucht, von vorne rollen die Wellen heran – Zeit für eine ausgiebige Pause – und ein Fußbad ♥.

Zu Ende geht die heutige Tour nach weiteren Stränden (Le Jaonnet…da gehts nur mit Leiter runter, die ich mir wegen meiner Puddingbeine aber gesparrt habe) am Petit Bot Bay. Etappe 1, geschafft!

Diese erste Etappe war unheimlich schön, aber ziemlich anstrengend. Noch nie in meinem ganzen Leben bin ich so viele Stufen gelaufen. Wieviele es nach der Etappe sind? Keine Ahnung…bestimmt über 3000 insgesamt, aber nach der Zitterigkeit meiner Beine am Ende des Tages könnten wir uns auch im fünfstelligen Bereich bewegen. Mal sehen, was die nächste Strecke bringt – wenn ich morgen die Treppe im Hotel noch herunterkomme…


Alle Beiträge zur Wanderung 2018 auf der Kanalinsel Guernsey findest du unter der Kategorie Guernsey – Channel Islands.

Hervorgehoben

Tromsö: Einmal Polarlichter, Wale, Schlittenhunde – Reisebericht

Mein Projekt: Polarlichter sehen, Hundeschlitten fahren, Wale beobachten

Januar 2018 – Tromsö / Norwegen

Tag 1: Hurra, es geht los auf die Jagd nach Polarlichtern, Walen, Schnee und Kälte, über den Polarkreis nach Tromsö in Norwegen. Ich bin so gespannt und sehr neugierig auch auf die Polarnacht, denn aktuell geht in Tromsö die Sonne nicht über den Horizont. Wie hell/dunkel es wohl tagsüber sein wird?

Mit im Gepäck sind warme Klamotten, Schneekram wie Spikes, und jede Menge Futterzeugs, denn ich werde mich als Selbstversorger in zwei Ferienhäuser einquartieren und habe keine Lust, viel einzukaufen. Mein Hinflug geht von Düsseldorf über Kopenhagen über Oslo nach Tromsö, und ich gebe zu, auch wenn ich „klimaneutral“ fliege, habe ich ein kleines bisschen ein schlechtes Umweltgewissen. (Mehr Infos zur zweitbesten Option nach „Garnichtfliegen“ findest du z.B. bei Atmosfair). In Oslo verzögert sich der Abflug, denn Eis und Schnee müssen erst mit Hochdruck vom Flugzeug weggeschmolzen werden. Ich reise tatsächlich zum Polarkreis!

Enteisungskran am Flughafen Oslo
Enteisen, bevor der Vogel fliegt.

Windig bei 0 Grad begrüßt mich Tromsö, wo ich am kleinen Flughafen von einer sehr geschäftstüchtigen Ferienwohnungsvermieterin abgeholt werde. Schon beim Laufen des Meters vom Auto zur Eingangstür der Ferienwohnung bin ich so froh über die Spikes, die ich mitgenommen habe – denn hier ist es im wahrsten Sinne des Wortes „spiegelglatt“, und sonst bleibt mir morgen nur, auf dem Po die steile Auffahrt runterzuschlittern.

Die erste Ferienwohnung liegt etwas außerhalb Tromsös direkt am Fjord, von mir in der Hoffnung gebucht, dass sich auch in diesem Jahr die Wale direkt vor das Wohnzimmerfenster verirren. Die Wohnung ist etwas in die Jahre gekommen, Schranktüren fallen aus den Angel und alles ist etwas älteres Semester, aber es ist warm.

Tag 2: Das Morgenlicht schleicht sich in den Tag und gegen 11:00 Uhr ist die volle Helligkeit erreicht – also Dämmerlicht, aber heller als erwartet, und es taucht alles in wunderschönes Blau! Dieses Licht ist zauberhaft ♥. (Nur mein Zeitgefühl ist etwas durcheinander…)

Fjordbild
Tageslicht und die Sonne versteckt sich hinter dem Horizont.

Gekleidet im Zwiebelprinzip wird mir nicht so schnell kalt, die Funktionskleidung tut, was sie soll und funktioniert. Aber irgendwie bin ich etwas schlapp. Mist, ich glaube, da schleicht sich eine Erkältung ran! Für den heutigen Tag beschränken sich meine Unternehmungen darum auf einen Spaziergang und eine Busfahrt zum nächsten Supermarkt, von einer Bushaltestelle aus, die nur im Internet angezeigt wird. Hier stellt man sich einfach an den Straßenrand und stellt sich die Haltestelle vor, denn Schilder oder andere Kennzeichnungen gibt es hier außerhalb von Tromsö wenige.

Angehütte am Fjord
Angelhütte am Fjord

Tag 3: Das Landleben ist doch sehr beschaulich (zumal sich die Wale nicht gezeigt haben), und so ziehe ich heute in eine kleine Ferienwohnung mitten in Tromsö. Nach einem „Pfannensalat“ in Ermangelung einer geeigneten Salatschüssel (auf den Blumentopf komme ich erst später) drehe ich noch eine kleine Shoppingtour durch die Stadt und plane an der Touristeninformation von VisitTromsø meine Touren, so dass ich für die nächsten drei Tage Programm habe. (Was mich die ganze Reise gekostet hat, erfährst du hier.). Für heute gibt es echte tromsöische – tromsöjanische (?) Halstabletten und ein warmes Bett.

Tag 4: Auf zur Hundeschlittenfahrt! Mit einem Bus fahre ich mit meiner Gruppe hinaus zu den Huskies von Tromsø Husky. Nach einer Einkleidesession, bei der alle Teilnehmer warm und funktional eingepackt werden (hohe Stiefel sind wichtig!), und einer Trockenübung am Hundeschlitten, fahren wir in kleinen Gruppen raus zu den 120 Huskies. Was für ein Radau!
Immer in Zweierteams (einer fährt, der andere ist Pasagier mit Notbremsanker) wird uns ein Schlitten zugeteilt, vor den fünf Huskies gespannt sind, die es kaum abwarten können. So ein Gebelle. Ich darf fahren, und mein Puls steigt, während ich auf die Schlittenbremse trete – gleich, gleich soll ich die Bremse loslassen, gleich… wuaaaaaaaaaaah…der Schlitten zieht an und ich bin völlig aus dem Häuschen!

Ich bin ein Musher! Mal langsam, mal in rasantem Tempo geht es durch eine wahnsinnige Landschaft – Schnee staubt zwischen meinen Füßen auf, meine Stiefel verschwinden darin, eiskalter Wind weht mir ins Gesicht. Immer wieder bergab abbremsen, damit ich den Hunden nicht reinfahre, dann bergauf mitlaufen und anschieben, und dann über die flache Weite zischen – mit einem super Hundeteam: kein Verheddern, kein Anzicken, jeder kennt seine Aufgabe. Zwischendurch halten wir, werfen den Anker aus und genießen den Ausblick.

Hundeschlitten
Hundeschlittenteam

Was habe ich mir vorher Gedanken gemacht, ob ich es konditionell schaffe, nachdem ich mehrere Warnungen gelesen habe, dass „gute Kondition“ benötigt wird. Am Ende hat es genau gepasst: Ein wenig Kondition (mal schiebend einen Hügel im Schnee hochlaufen) und mehr Gleichgewichtssinn sowie ein Gefühl, wann es sinnvoll sein kann, auf die Bremse zu treten, damit der Schlitten nicht kippt – das hat geklappt!

Im Anschluss wärmen sich alle Teilnehmer bei heißer Schokolade und Gebäck in einer Holzhütte wieder auf. Zum Abschluss des Tages besuche ich in Tromsö noch das Polarmuseum, dass sehr liebevoll-anschaulich mit vielen Details und Exponaten die Zeit der Polarexpeditionen darstellt.

Tag 5: ES – IST – SO – KALT! Und so schön ♥! Mit einem Katamaran bin ich unterwegs auf Walsuche und harre bestimmt zwei Stunden draußen aus. Es sind -8 Grad, und nur Hüpfen, Zehengewackel und heißer Kakao bewahren mich davor, ganz ein (und fest-) zu frieren. Aber den Moment, in dem wir vielleicht Wale sehen, möchte ich nicht verpassen. Jetzt Ende Januar werden die Chancen geringer, noch Wale zu sehen, weil diese den Heringsschwärmen aus den Fjorden hinaus in das offene Meer folgen. Und dann…dann kommt der Glücksmoment!

Orcas im Fjord

Zum Schutz der Wale hält der Katamaran in deutlicher Distanz zu den Tieren, der Kamerazoom überbrückt etwas. Leider gibt es aber auch andere Boote, die den Schutzabstand nicht einhalten, teilweise gehen Taucher direkt bei den Walen ins Wasser.

Das Licht draußen ist so wunderschön!

Fjordfahrt
Fjordfahrt

Tag 6: Polarlichter – eine Garantie gibt es hier, wie auch bei den Walen, nicht, und ich bin aufgeregt, denn eigentlich war der Wunsch, Polarlichter zu sehen, der Ursprungsgrund für meine Reise. Aber Pablo und sein Team fahren uns mit dem Bus aus Tromsö hinaus, in die Dunkelheit hinein, und da taucht sie auf, die Aurora Borealis! Immer wieder halten wir an schönen Ausblicken und schauen dem Polarlicht bei knackingen -14 bis -20 Grad bei Kakao, Keksen und Lagerfeuer zu. Ganz langsam und zart schleicht sich das Polarlicht an den Himmel; ein grüner Schimmer, der kommt und geht, und einfach zauberhaft magisch ist. So viele Sterne, die Milchstraße, glasklare Luft… genau für solche Momente habe ich diese Reise gemacht.

Polarlichter in Norwegen

Tag 7: Koffer packen, ab nach Hause! So kurz dieser Urlaub war, so erfüllt war er mit wunderschönen Momenten: Auf dem Hundeschlitten durch eine atemberaubende Landschaft fliegen, Orcas in Freiheit sehen und dem Polarlicht beim Tanzen zuschauen. Zum Abschluss verabschiedet sich der Norden noch mit einmaligem Arktiskino. Es war wunderschön.

Oma Annis Tour: Blick auf Eckernförder Bucht – Steilküste und Dünen Loop

Manchmal führt einen der Zufall zurück an Orte, an denen man vor langer Zeit Erinnerungen gesammelt hat, ohne dass man wusste, wie wertvoll diese Erinnerungen einmal sein würden. Und plötzlich steht man da; überrascht von den kleinen Erinnerungsblitzen, etwas wehmütig, und dankbar. Denn auch wenn der Mensch gegangen ist, bleibt viel von der Liebe zurück.

Wanderung: Drei-Täler-Tour Bad Harzburg – erweiterte Wegführung: Radauwasserfall, Eckertalsperre und kaltes Tal

Immer, wenn ich in den Harz fahre, warte ich auf den perfekten „Urlaubsmoment“, bei dem ich weiß: Für diesen Moment, genau diesen Moment, bin ich hergekommen.
Auf dieser Tour gibt es so vieles zu entdecken: einen Wasserfall, Aussichten (mal auf Grün, mal auf Grau), die plätschernde Ecker, Felsen und Felsformationen, Wiesen, die schon fast an die Schweiz erinnern, Waldpfade, schöne Einkehrmöglichkeiten. Wer dann noch Abenteuer sucht, kann den Baumwipfelpfad erkunden oder sich im Skyrope Hochseilgarten von Baum zu Baum schwingen.

Wanderung: Vom Brambrüesch zum Dreibündenstein im Kanton Graubünden in der Schweiz

Kühe, Hütten und Alpenpanorama bietet diese schöne Tour vom Brambrüesch zum Dreibündenstein bei Chur im Kanton Graubünden in der Schweiz. Der Weg schlängelt sich immer weiter ansteigend – nur ansteigend. Unmengen an bunten Schmetterlingen fliegen vor mir her. Nach einer Weile komme ich an den ersten Weidezaun, in der Ferne höre ich Kuhschellen – jaaa! Gott schütze die Viehhirtin. Steht an ihrer kleinen Hütte. / Wanderbeschreibung mit GPX Track

Wanderung: Durch die Rheinschlucht Ruinaulta ab Ilanz – der Grand Canyon der Schweiz

Diese Wanderung führt von Bahnhof zu Bahnhof, einmal quer durch die Rheinschlucht Ruinaulta bei Ilanz in der Schweiz. Begleitet vom Schellenursli geht es durch die Schlucht, dann hinauf zu tollen Aussichten, einmal durch den Grand Canyon der Schweiz.

Reisesehnsucht: 10 Sehnsüchte, die uns antreiben, auf eine Reise zu gehen

Was treibt mich an, eine Reise zu unternehmen, egal ob kurz und nah oder lang und weit? Warum verspüre ich einen inneren Drang zu reisen? Ich habe doch zu Hause alles, was ich brauche? Soviel Sehnsucht steckt in einer Reise; Sehnsucht nach Entspannung, Abenteuer, und vielleicht auch die Sehnsucht nach uns und unserem Zuhause.

Reisekosten: Mit wenig Geld einen Tag in Rom erleben

Sightseeing macht Spaß und kann schnell zu einem teuren Vergnügen werden. Aber auch, wenn man nicht viel Geld ausgeben will oder kann, lohnt sich eine Reise nach Rom ganz besonders, denn viele Sehenswürdigkeiten sind von außen schon sehr beeindruckend und von Aussichtspunkten, durch Zäune oder auch durch Mauerlöcher lässt sich oft auch ein Blick in das Innere erhaschen. Und manchmal gibt es unerwartet und überraschend schöne Alternativen zur klassischen Attraktion. Meine Highlights einer günstigen Romreise stelle ich dir hier vor.

Reisebericht: Corona und eine Reise nach Rom

Rom, die ewige Stadt. Aber auch in ewigen Städten läuft der Gang der Dinge nicht immer gleich. Vor unserer Reise haben wir uns viele Gedanken gemacht: Fahren oder nicht? Jeden Tag haben wir die Entwicklungen rund um Covid19 verfolgt, bis zum letzten Abend die Aktualisierungen des Auswärtigen Amtes belauert. Als keine Reisewarnung kam, beschlossen wir zu fahren, für fünf Tage Rom. Und Corona holte unsere Reise ein.

Reisebericht: Panoramabahn in der Schweiz – mit dem Glacier Express von Zermatt nach Chur

Von Zermatt nach Chur, von Luxus, fliegendem Besteck und Langsamkeit, Landschaften, die vorbeiziehen und einer wunderschönen Schlucht erzählt dieser Erlebnisbericht über die Fahrt mit dem Glacier Express, einem der bekanntesten Panoramazüge der Schweiz.

Panoramabahn in der Schweiz: Mit dem Bernina Express von Chur nach Tirano und zurück

Was für eine wundervolle Strecke mit grandiosen Aussichten! Zu Beginn an grünen Wiesen, Dörfern, Berghängen vorbei – und dann schraubt die Bahn sich immer weiter hoch. Wunderbare Brücken (die man leider immer nur dann sehen kann, wenn man davor oder dahinter ist) und dann geht es seitlich sehr sehr tief hinab.

Acht Stunden Zugfahrt, zwei Länder, eine Pizza – und Aussichten, die ich nicht vergessen werde. Das ist die Fahrt mit dem Bernina Express.

Coronavirus: Reisen oder zu Hause bleiben?

Reisen oder zu Hause bleiben? Die kurze Antwort: Ich weiß es für mich grade nicht. Eigentlich steht in wenigen Tagen eine Reise an, nach Italien – und grade trudeln die Nachrichten rein, dass in Italien die Regionen Venetien, Lombardei und Piemont Absperrungen durchgesetzt werden, die eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus verhindern sollen. Auch Hotels stehen teilweise unter Quarantäne, Schulen, Kindergärten, Behörden bleiben geschlossen. Zeitgleich werden die ersten Fälle aus verschiedenen Regionen in Deutschland gemeldet.

Reisebücher: Und wenn das Buch auf Reise geht

Bücher haben Charakter, sie tragen Wissen in sich herum, sind manchmal eitel, manchmal kompliziert, manchmal einfach nur liebenswürdig, manche begleiten einen wie Steine, schwer zu tragen, und manche sind so zauberhaft, dass sie einen nicht loslassen. Mal verspricht der Deckel mehr als die inneren We/orte, manchmal ist es andersrum. Nicht jedes Buch gefällt jedem Leser (und nicht jeder Leser jedem Buch?). Und so gibt es Bücher, die liebevoll zerlesen im Regal stehen, und Bücher, die ihren Regalplatz noch nicht gefunden haben. Diese Bücher werden bei mir zu „Reisebüchern“.