Gedanken
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Oma Annis Tour: Blick auf Eckernförder Bucht – Steilküste und Dünen Loop

Manchmal führt einen der Zufall zurück an Orte, an denen man vor langer Zeit Erinnerungen gesammelt hat, ohne dass man wusste, wie wertvoll diese Erinnerungen einmal sein würden. Und plötzlich steht man da; überrascht von den kleinen Erinnerungsblitzen, etwas wehmütig, und dankbar. Denn auch wenn der Mensch gegangen ist, bleibt viel von der Liebe zurück.

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Reisesehnsucht: 10 Sehnsüchte, die uns antreiben, auf eine Reise zu gehen

Reisen ist die Sehnsucht nach dem Leben.

Kurt Tucholsky

Die Seiten meines Kalenders scrolle ich auf dem Smartphone hin und her, auf der Suche nach zusammenhängenden Tagen, die mir erlauben, eine Reise zu machen. Mal ist es ein Wochenende, mal auch mehr. Gedanken fliegen: Wo will ich hin, was will ich sehen? Wieviel Zeit brauche ich, und wieviel Geld? Und jetzt grade auch: Wann kann ich wieder eine Reise machen, wo doch Covid19 alle Reisen gestoppt hat?

Hinter jeder Reise steht eine Sehnsucht, manchmal auch mehrere.


Aber was treibt mich überhaupt an, eine Reise zu unternehmen, egal ob kurz und nah oder lang und weit? Warum verspüre ich einen inneren Drang zu reisen? Ich habe doch zu Hause alles, was ich brauche?

In jeder Reise steckt mehr als eine Sehnsucht, manchmal ist die eine stärker als die andere, aber am Ende ist es ein Potpourri, das von Reise zu Reise und Person zu Person immer anders ist.


Welche Sehnsucht steckt hinter deiner Urlaubsreise?


©TanteReisefieber.de

Die Sehnsucht nach uns selbst

Das Reisen führt uns zu uns zurück.

Albert Camus

Ich sitze in einem Café und unterhalte mich mit wildfremden Menschen. Ich fühle mich offen, ohne Gedanken, was die anderen wohl über mich denken. Es spielt auch keine Rolle: Heute unterhalten wir uns, und morgen sehen wir uns wohl nie wieder. Und wenn doch, haben sie mich kennengelernt, wie ich bin. Auf Reisen bin ich anders. Ich bin weniger in die Rollen des Alltags gezwungen, und dieses schenkt mir eine Offenheit und auch eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber Bewertungen durch andere, die ich mir im Arbeitsalltag manchmal wünsche.

In gewisser Weise ist Reisen Ausdruck der Sehnsucht nach uns selbst. Die einen wandern einsam durch unwegsames Gelände, die nächsten gönnen sich ein Yoga-Retreat und wieder andere verbringen eine Woche im Wellness-Resort. Aber immer geht es um einen Kern in uns; um einen individuellen Kern, den wir auf einer Reise (wieder-) finden oder herauslassen wollen.


Die Sehnsucht nach Freiheit

Life has no limitations, except the ones you make.

Les Brown

6.30 Uhr – der Wecker klingelt.
8:00 Uhr – Ich komme im Büro an.
12:30 Uhr – Mittagspause …

Neuer Tag, alter Ablauf. Selbstgewählte oder fremdgestellte Zwänge im Alltag, das Gefühl, eingezwängt zu sein in all den Anforderungen, die wir täglich bewältigen müssen. Und die Sehnsucht, frei zu sein, frei von Routinen, festen Abläufen, Ansprüchen und Erwartungen anderer oder von uns selbst an uns.


Die Sehnsucht nach Abenteuer/Wagemut

Wenn du denkst Abenteuer sind gefährlich, versuch’s mal mit Routine. Die ist tödlich!

Paulo Coelho

Wer eine Reise macht, der kann was erleben. Und darum geht es ja meistens auch. Dabei beginnt die Suche nach dem Abenteuer zum Glück für jeden woanders. Für die einen ist die erste Fahrt über die Grenze nach Holland an die Nordsee ein großes Abenteuer, der andere braucht Adrenalin und Extremherausforderung bei der Besteigung des Annapurna. Vielleicht möchte man in einem sicheren Rahmen mutiger sein, als man sich im Alltag fühlt, das sichere Abenteuer erleben. Eigentlich ist alles abgesichert: Reise, Unterkunft, Abenteuertouren. Oder vielleicht sucht man auch genau das Gegenteil: Ohne Seil, Netz und doppelten Boden einfach drauflos. Irgendwohin, egal wohin, Hauptsache ganz anders.


Die Sehnsucht zu entdecken

Die Welt ist ein Buch und wer nicht reist, sieht nur eine Seite davon.

Saint Augustino

Täglich die gleichen Wege: Von der Arbeit nach Hause, zum Supermarkt, zur Schule. Wege, die ich fast im Schlaf fahren kann. Meine „Hauswanderroute“, auf der ich jeden Pfad, jeden Wasserstrudel des Baches und jeden Farn gefühlt persönlich kenne. Und irgendwann das Gefühl: Ich brauche neuen Input, neue Bilder im Kopf.


Die Sehnsucht zu lernen

Das Reiseziel ist nie ein Ort, sondern eine neue Art, die Dinge zu betrachten.

Henry Miller

Und mit der Sehnsucht nach neuen Bildern im Kopf wächst der Wunsch, Neues zu entdecken, Neues zu lernen. Es macht mir Spaß, Wörter einer anderen Sprache zu lernen und auszuprobieren, neue Orte kennenzulernen, neue [alte] Geschichten zu hören. Wie leben andere Menschen? Was ist ihnen wichtig? Was ist vertraut, obwohl fremd?


Die Sehnsucht nach Perspektiven

Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.

Alexander von Humboldt

Manchmal reisen wir auf der Suche nach neuen Perspektiven, zu uns selbst, zu Fragen, die das Leben an uns stellt oder die wir an das Leben stellen. Manchmal suchen wir nicht gezielt nach neuen Perspektiven, sondern die neuen Perspektiven kommen einfach, so wie Facetten in einem Kaleidoskop, wenn man es schüttelt. Und ohne, dass man es vielleicht merkt, hat sich die Weltsicht verändert.

Meine Reisen suche ich etwas danach aus, ob ich dort Erlebnisse haben kann, die ich tragen kann. Sie müssen nicht immer wundervoll und atemberaubend schön sein. Aber sie müssen für mich verkraftbar sein, sie müssen mir eine Perspektive bieten, die mich persönlich weiterbringt. Ich weiß, dass extreme Armut existiert, das Tierleid existiert, dass Umweltkatastrophen existieren. Katastrophentourismus ist etwas, das ich nicht vertreten kann, ebenso Ausbeutung von Mensch und Tier zu reinem Vergnügen anderer. Hier hört meine Offenheit auf.


Die Sehnsucht nach Entspannung

Um ruhig zu werden, stellen Sie sich auf einer idyllischen Südseeinsel vor, auf weißem Sand. Fühlen und empfinden Sie, wie Sie lächelnd dastehen und die Brise sie sanft streichelt.

Paul Wilson

„Könnten Sie den Bericht noch fertig machen?“, ist die Frage, die den Schreibtisch zum Explodieren bringt. Pling! Meine Kalenderapp meldet sich. Mist, den Termin hatte ich vergessen! Irgendwie wirds alles viel. Ich brauche Entspannung!

Wie oft reisen wir, um zu entspannen – einfach dadurch, dass wir Entfernung zwischen uns und die Stressfaktoren bringen. Den Tag einfach an uns vorbeiplätschern lassen, statt schon morgens beim Aufwachen überlegen, welche Listen heute abgearbeitet werden müssen. Ganz ohne jeden Stress, irgendwo an einem Ort, an dem man rundum versorgt wird, oder ganz aktiv mit positivem Stress im Aktivurlaub, aber immer weg mit Kopf und Körper von unserer Alltagsroutine. Den Kopf rausstrecken aus dem Stressberg, und ihn frei bekommen.


Die Sehnsucht nach Anerkennung

Eine unausrottbare Eigenschaft im Wesen des Menschen ist sein Verlangen nach Anerkennung.

William James

Instagram: Ich betrachte das Bild einer jungen Frau, die mit einem Selfiestick oben auf einem Wolkenkratzer ein Bild von sich gemacht hat. Kalkuliertes Risiko oder schlicht unsinniger Wahnsinn? Aufmerksamkeit um jeden Preis. So viele Reisen werden inzwischen nicht danach geplant, wo man hin möchte, sondern wo es einen Ort oder eine Sehenswürdigkeit gibt, der/die als besonders „instagrammable“ gilt – geeignet für das perfekte Instagram-Foto. Hier geht es um Klicks, Likes, Anerkennung und Vermarktung, auch auf Kosten der eigenen Gesundheit, manchmal des eigenen Lebens.

Vielleicht ist das ein Extrem, aber bei vielen Reisen ist meist mal mehr, mal weniger, die Sehnsucht nach Anerkennung mit im Gepäck. Wenn alle Arbeitskollegen vom Sommerurlaub an den entlegendsten Orten, von weißen Sandstränden und tollen Hotels, von Aussichten und Landschaften, von Erlebnissen und Eroberungen berichten – da bleibt Balkonien dann doch das Mauerblümchen.


Die Sehnsucht nach Erinnerungen

Lieber ein Reisepass voller Stempel, als ein Haus voller Zeug.

Autor unbekannt

Was ist der Mensch anderes, als eine Summe der Erinnerungen, die er in die Zukunft trägt?

Erinnern möchte ich mich an zwei Arten von Erlebnissen: die Alltäglichen, die Besonderen. Die Alltäglichen geben mir das Gefühl von Zuhause, die Besonderen sind die Farben im Bild. Ich möchte mich erinnern an gute Zeiten mit Menschen, die ich liebe und an wundervolle Orte – am liebsten beides in Kombination. Und ich möchte eine Schatztruhe füllen, nicht mit Kram, der mir emotional nichts bedeutet, sondern mit Bildern und Gefühlen.


Die Sehnsucht nach Heimkehr

Der Mensch bereist die Welt auf der Suche nach dem, was ihm fehlt. Und er kehrt nach Hause zurück, um es zu finden.

George Moore

Und wenn dann alle Sehnsüchte gestillt sind, bleibt oft noch eine, und vielleicht die schönste von allen: die Sehnsucht nach Heimkehr, nach Zuhause, nach Rückreise an den Ort oder zu den Menschen, zu denen man sich zugehörig fühlt. Wenige Menschen haben die Welt als zu Hause. Die meisten von uns aber sicherlich einen bestimmten Ort auf dieser Welt, der sie immer wieder anzieht. Die Sehnsucht nach Heimkehr ist keine Sehnsucht nach einem Wohnort, sondern die Sehnsucht nach dem Ort, an dem sie starten – die Sehnsüchte, die mich zum Reisen bringen.

Ich mag ihn nicht, diesen Moment am Bahnhof: Ich komme in meiner kleinen Stadt am Bahnhof an. Eine Welle der Niedergeschlagenheit trifft mich immer, nach jeder Reise, wenn ich hier aus dem Zug steige. Nach all den Farben, wundersamen Eindrücken, dem Lachen und Staunen, zieht mich dieser abgranzte Bahnhof runter. Er sagt mir „Du bist wieder da, in dem Alltagstrott, im Stress, im Hamsterrad“. Und dann gehe ich nach Hause. Und dieser Moment ist dann doch wieder schön. Das eigene Bett. Meine Tiere. Meine Lieblingsmenschen.

Und wenn dich eine Sehnsucht durch die Welt trägt, welche ist es?

Coronavirus: Reisen oder zu Hause bleiben?

Reisen oder zu Hause bleiben? Die kurze Antwort: Ich weiß es für mich grade nicht. Eigentlich steht in wenigen Tagen eine Reise an, nach Italien – und grade trudeln die Nachrichten rein, dass in Italien die Regionen Venetien, Lombardei und Piemont Absperrungen durchgesetzt werden, die eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus verhindern sollen. Auch Hotels stehen teilweise unter Quarantäne, Schulen, Kindergärten, Behörden bleiben geschlossen. Zeitgleich werden die ersten Fälle aus verschiedenen Regionen in Deutschland gemeldet.

Reisebücher: Und wenn das Buch auf Reise geht

Bücher haben Charakter, sie tragen Wissen in sich herum, sind manchmal eitel, manchmal kompliziert, manchmal einfach nur liebenswürdig, manche begleiten einen wie Steine, schwer zu tragen, und manche sind so zauberhaft, dass sie einen nicht loslassen. Mal verspricht der Deckel mehr als die inneren We/orte, manchmal ist es andersrum. Nicht jedes Buch gefällt jedem Leser (und nicht jeder Leser jedem Buch?). Und so gibt es Bücher, die liebevoll zerlesen im Regal stehen, und Bücher, die ihren Regalplatz noch nicht gefunden haben. Diese Bücher werden bei mir zu „Reisebüchern“.

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Und was hindert dich zu reisen? 10 Gründe, die vom Reisen abhalten

„Reisen bedeutet Grenzen zu überschreiten, auch die eigenen.“

Wanda Rezat

„Wow!“, schießt es mir durch den Kopf. „Da muss ich auch hin…unbedingt.“ Ich scrolle mal wieder durch Instagram und bewundere Orte, die ich nicht kenne, aufgenommen von Menschen, die ich nicht kenne. „Warum war ich noch nicht da?“ Es gibt so viele Gründe zu reisen, aber genau so viele, wenn nicht noch mehr, es nicht zu tun. Ob bewusst gewählt, gewünscht oder gezwungen. Viele Reisen von denen, die ich im Kopf durchspiele, mache ich nur dort. In meinem Kopf. Warum? Was hindert mich daran, zu reisen?

Was hindert dich daran, eine Reise zu machen,
von der du eigentlich träumst?

Photo by Dino Reichmuth on Unsplash
Photo by Dino Reichmuth on Unsplash

10 Gründe, die von einer Reise abhalten

Wenig Geld

Reisen kann man günstig, und Reisen kann man teuer, aber immer und in jedem Fall kostet es Geld. Ich persönlich brauche keinen Luxus, aber ein eigenes Zimmer. Ich brauche keinen First Class Flug, aber schnellen Transport von A nach B. Ich bin irgendwo mittendrin. Da für mich Reisen außerdem zum Zweck der Entspannung und des Entdeckens sind, kommt für mich persönlich Work-and-Travel nicht infrage. Und so muss das Geld zwischen den Reisen verdient werden. Das Geld bestimmt nicht nur die „luxuriöse“ Ausstattung der Reise, es bestimmt auch die Reisedauer (und andersrum genauso). Die Reise geht so lange, wie das Geld reicht. Manche „pausieren“ ihre Reise jeweils vor Ort, arbeiten dort ein bisschen, und reisen dann weiter. In Spanien habe ich einen Reisenden getroffen, der drei Monate in Deutschland in einem Telefoncenter durchackert, um dann die anderen neun Monate des Jahres Low-Budget durch die Welt zu reisen. Und ich mache es ganz klassisch: Arbeiten, und dann Urlaub nehmen.

Zeit ist knapp

Zeit ist kostbar, besonders, wenn man nur wenige Tage im Jahr Urlaub nehmen kann, weil man in einem normalen Vollzeitjob feststeckt. Manchmal gibt es auch „Zwangstage“, an denen man Urlaub nehmen muss, z.B. weil der Betrieb in dieser Zeit schließt. In meinem Job habe ich normalerweise 28 Urlaubstage, dazu einzelne Tage überstundenfrei. Für mich bedeutet das: Kalender wälzen, noch mal wälzen, dann noch einmal – um die besten Kombinationen von Wochenenden, Gleitzeittagen, Feiertagen und Urlaubstagen zu finden. So lange frei mit so wenig Urlaubstagen wie möglich ist mein jährliches Ziel.

Angst

Gegen Angst hilft genau eine Sache: Es tun. Vielleicht in Etappen, aber es tun. Solange das Ziel eines ist, das man wirklich erreichen möchte.

Mein Ziel war es, alleine zu reisen – Städtetouren, Wegfliegen. Ich wäre auch gerne so mutig, mich alleine durch irgendwelche Nationalparks zu schlagen, aber das unangenehme Gefühl würde mich begleiten, auch, weil so eine Aktivität eine ist, die ich gerne tun würde, die aber kein Herzenswunsch von mir ist, jedenfalls nicht alleine. Da bin ich zu sehr Kopf. Angst vor dem Fliegen, Angst vor dem Alleinsein, Angst vor der Nacht im Hotelzimmer, Angst vor den fremden Menschen, Angst vor …[beliebig ausfüllbar].

Aber wie sagt man: Angst entsteht im Kopf. Aus den Gedanken, die wir uns machen über die Dinge, die vielleicht geschehen könnten – mit uns auf Reisen, oder zu Hause in unserer Abwesenheit, oder beides.

Aber wie sagt man?
Angst entsteht im Kopf.

Heimweh

So ein kleines bisschen Heimweh unterwegs ist irgendwie etwas Schönes, ist es doch die Sehnsucht nach Orten und Menschen, die uns gut tun. Aber wie geht man mit Heimwehgefühl um, das allein bei dem Gedanken kommt, man könnte wegfahren und Heimweh bekommen? Und was, wenn es so stark wird, dass man gar nicht erst fährt? Tatsächlich denke ich, dass Heimweh, dass so stark ist, dass es mich aufhält, gar nicht nur Heimweh ist, sondern Angst mit im Paket steckt. Und dann muss ich mir die Frage stellen, wovor.

Fehlende Reisepartner

Ich würde gerne… wenn ich doch nur… nicht alleine wäre, jemand mitkommen würde. Tja. Alle, die ich gerne dabei hätte, haben entweder „reiseunpraktische“ Familie, müssen Arbeiten, haben keine Zeit, grade kein Geld, sind mit dem Partner unterwegs.

Im Augenblick ist bei mir nicht immer jemand da zum mitfahren, sodass ich die Wahl habe zwischen:
a) nicht zu reisen
b) mit einer mir unbekannten Person zu reisen
c) alleine reisen

Vor meiner ersten richtigen Soloreise nach Spanien war ich sehr sehr aufgeregt, obwohl ich vorher schon zig Male mit anderen gereist bin und auch mehrfach alleine geflogen bin. Aber so eine Reise, mit Hotelaufenthalten, Touren und Sightseeing…die war vorher noch nicht dabei. Und dann jagen die Gedanken: Wird es nicht deprimierend sein, alleine im Café zu sitzen, ohne jemanden, der sich mit mir unterhält? Werde ich abends im Hotelzimmer Panikattacken bekommen, weil ich nach Hause will? (Auf beide Fragen: Nein :)! Tatsächlich ist es so, dass ich durch das Alleinreisen neue Bekanntschaften gemacht habe, zu denen bis heute Kontakt besteht, einfach, weil ich aus meiner Komfortzone raus war. )

Organisation überfordert

Jede Reise ist anders, und jeder ist ein anderer Reisetyp. Von der Pauschalreise mit Flug, Hotel und Ausflugspaket über Kreuzfahrten, bei denen nichts organisiert werden muss bis zur Self-Made-Baukastenreise ist für jeden etwas dabei. Ein Hindernis kann die Reiseorganisation sein, wenn man eigentlich keine Pauschalreise machen möchte, denn dann gehört ein bisschen Planungsmotivation dazu. Ich plane meine Reisen gerne, mache gerne Tabellen, in denen ich Tage vorplane, Aktivitäten zusammensuche, Kosten kalkuliere. Ich mag es zu wissen, an welchem Tag ich was mache – wobei da durchaus auch auch flexibel umgeplant oder etwas weggelassen werden kann. Was ich nicht kann? Mich in den Flieger setzen und nicht wissen, wo ich die nächste Nacht verbringe…oder die nächsten zwei Nächte. So etwas würde mich so stressen, dass ich die Zeit nicht genießen könnte, vorallem, wenn ich alleine reise.

Seinen Reisetyp nicht kennen

Durch Instagram und Co wird uns ständig gezeigt, wie „aufregendes“ Reisen geht. Tolle Bilder von tollen Orten mit beeindruckenden Berichten (meist ohne Tiefs und voller Hochs) gaukeln uns vor, dass es DAS ultimative und einzig richtige Reiseerlebnis gibt – soviel aus einer Reise rausholen, so viel Abenteuer, wie möglich. Wie schnell gerät man da in einen Strudel des „Mithalten“ wollens / müssens? Und wie schnell findet man sich in einem Reisestil, der nicht der eigene ist? Backpacking ist schick, die Abenteuergeschichten von Backpackern aufregend, und die Bilder wundervoll. Aber bin ich ein Backpacker-Reisetyp? Ist das, was andere genießen, wirklich die Art, wie ich reisen will? Warum ich reisen will?

Es gibt so viele Reisetypen – Backpacker, Camper, Aktivurlauber, Strandlakenausleger, Hoteljunkies und Waldpfadsucher, Low-Budget oder Luxusurlaub ohne Limit. Zu Fuß vom Nordkap bis nach Südafrika oder mit dem Flieger von Düsseldorf nach Frankfurt…(den Umweltaspekt dabei außen vor…).

Welcher Reisetyp bist du?

Ich reise gerne mittig. Kein Hostel mit Mehrbettzimmer (ich kann nicht mit Atmern und Schnarchern) aber Luxus brauche ich auch nicht. Ich möchte Sehenswürdigkeiten, Wellness weniger, Strandmatte gar nicht. Ich brauche keine Clubs, dafür nette Straßencafés. Keinen Infinitypool, aber ein sauberes, bequemes Bett. Reisebegleitung, wenn ich sie mag – aber ohne geht’s auch.

Und seit ich weiß, wie ich gerne reise, weil es mir gefällt, weil ich es mir so leisten kann, oder warum auch immer, und es dann auch so tue, ist der Druck raus. Der Druck „mithalten“ zu müssen, der Druck, den man sich selber macht, vor den Arbeitskollegen, die von ihrem Urlaub im Luxushotel vorschwärmen…

Nicht die Reise definiert mich, sondern ich die Reise. Und dann schaue ich, was die Reise mir schenkt.

Persönliche Voraussetzungen

Der obere Punkt hängt für mich sehr stark mit dem Kennen des eigenen Könnens, mit der richtigen Selbsteinschätzung zusammen. Gerne würde ich einmal oben auf dem Mount Everest stehen – konditionell und von meiner psychischen Belastbarkeit bin ich nicht nur den Mount Everest davon entfernt. Passen Zweck meiner Reise und körperliche und psychische Verfassung zusammen? Was möchte ich von mir fordern? Was kann ich von mir fordern? Und welche Zwischenschritte würden es mir vielleicht doch ermöglichen, das Ziel zu erreichen?

Hinzu kommt, dass manche körperlichen oder psychischen Belastungen bestehen können, die einen auf einer Reise begleiten werden – und dann ist wieder Organisationstalent gefragt: Wo bekomme ich ein Hotel her, das ein rollstuhlgerechtes Zimmer hat? Gibt es die Museeumsführung auch in Blindenschrift oder in Gebärdensprache? Gibt es Assistenzdienste, die es ermöglichen, Sightseeing zu erleben, obwohl die Phobie einem sagt, man solle sich am besten im Zimmer einschließen?

Sorgen um die Sicherheit auf Reisen

Für jeden bedeutet Sicherheit etwas anderes, aber in jedem Fall eine körperliche und psychische Unversertheit bzw. Absicherung im Notfall.

Als ich das erste Mal alleine weggefahren bin, habe ich mir nicht nur allgemein Gedanken darum gemacht, wie es ist, alleine wegzufahren, sondern auch, wie es ist, als Frau alleine wegzufahren. Wichtig dabei: Wo geht die Reise hin? Denn als alleinreisende Frau in Spanien verhalte ich mich anders als alleinreisende Frau in Indien oder in Marokko oder in [beliebig ergänzen]. Es schadet nie, sich mit kulturellen Besonderheiten eines Landes vertraut zu machen. Eine für mich wichtige Regel:

Listen to the locals!

Auf die Einheimischen hören – wenn ein Ortskundiger mir sagt: Gehe im Dunkel nicht durch Stadtviertel X oder Straße Y – dann tue ich es nicht. Ich muss das Rad nicht neu erfinden.

Krank werden kann man unterwegs immer! Deswegen ist das A & O eine gute Auslandsreiseversicherung mit Rücktransport im Schadensfall. Diese kostet wenig Geld, bringen aber ein hohes Maß an medizinischer Sicherheit.

Sorgen um die Sicherheit zu Hause

Auf einer kurzen Reise für wenige Tage macht man sich meist weniger Sorgen um zu Hause oder um die, die zu Hause auf einen warten. Alles noch einmal kontrolliert – Bügeleisen aus? Herd aus? Tür zu, fertig.

Was aber, wenn es Personen oder Tiere gibt, um die man sich während einer Reise Sorgen macht? Vielleicht hat man eine Person mit Betreuungsbedarf, die zu dieser Zeit woanders betreut wird, vielleicht hat man ein Haustier, das versorgt werden muss. Vielleicht hat man eine besondere Pflanzensammlung oder macht sich Gedanken, wie der Balkon den nächsten Sturm überstehen soll. Vielleicht hat man die Sorge, bei Wiederkehr einen überquellenden Postkasten und jede Menge unbezahlte Rechnungen zu finden. Sorgen, die das eigene Heim betreffen, wenn man auf Reisen ist, gibt es viele.

Ich persönlich benötige immer einen Katzensitter, und inzwischen leider auch einen, der sich mit Medikamentengabe auskennt und bereit ist, im Notfall ratzfatz den Tierarzt aufzusuchen. Auch wenn ich dem Katzensitter vertraue, bleibt ein kleiner mulmiger Restgedanke, der besonders kurz vor Abreise riesig wird. Inzwischen habe ich eine Infomappe angelegt, in der alles aufgeschrieben steht (Vorgehen im Notfall, Notfallnummern, etc.), sodass die Betreuungsperson alle Infos hat, die wichtig sind. Dennoch kommt manchmal der Gedanke, ob ich nicht lieber zu Hause bleiben soll.

Reise, und du lernst dich kennen

Es sind so viele Faktoren, die einen vom Reisen abhalten können, obwohl man so gerne wegmöchte. Vortasten hilft dabei, sich an die eigene persönliche Wohlfühlreise, die eine perfekte, persönliche Balance aus Anforderung, Entspannung und Aufregung bietet, vorzutasten. Und je weiter man sich vortastet, desto weiter wird der Wohlfühlradius. Egal wie du reist, wohin und mit wem. Es ist deine Reise. Ganz allein deine Reise. Und wohin es dich führt: Ich wünsche dir ganz wundervolle Momente!

Die Vier-Tage-Arbeitswoche: Mehr Zeit für mich

Stress! Wer hat ihn nicht. Weg von der klassischen Vollzeitwoche hin zur Vier-Tage-Woche war mein Projekt. Ich habe Arbeitszeitpläne geschmiedet, Kalender und Feiertage studiert, Pläne verworfen und vor allem das Gespräch mit meinem Chef vor mir hergeschoben. Aber es gibt so Gedanken, die bleiben hängen – die lassen einen nicht los. Und sie wachsen, und je mehr sie wachsen, desto richtiger fühlen sie sich an.