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In die Tiefe: Salzmine Wieliczka bei Krakau

Salz ist unter allen Edelsteinen, die uns die Erde schenkt, der kostbarste.

Justus von Liebig

Tief in der Erde liegt es, das weiße Gold. Seit hunderten von Jahren buddeln und graben wir, um damit unsere Suppen zu würzen. Das Salz in der Suppe…einst sogar Zahlungsmittel bringt es heute keine Reichtümer mehr, aber seinen Stellenwert in der Küche hat es behalten.

Der heutige Ausflug führt in das Salzbergwerk Wieliczka (Kopalnia Soli Wieliczka) in der südpolnischen Stadt Wieliczka bei Krakau. Das Salzbergwerk ist Teil des UNESCO Welterbes Königliche Salzbergwerke Wieliczka und Bochnia.

Reisebericht

Kühle umfängt mich, als ich die 64 Etagen der Holztreppe in den Salzbergwerkstollen hinunterlaufe. Mir wird ein bisschen schwindelig vom linksherum, immer linksherum. Ein Blick über das Treppengeländer: Schon schön tief.

Unten empfängt mich leuchtendes Schwarz, Salz – gefärbt durch Mineralien. Hält man eine Taschenlampe daran, leuchtet es weiß und klar auf. Alles ist aus Salz: die Wände, der Boden, die Decke.

Durch breite Gänge gelange ich mit meiner Gruppe von einer Grotte zu nächsten. Beeindruckende Holzkkonstruktionen stützen die Höhlendecken und Holzgallerien, mit dicken Salzkrusten überwachsen. Mystisch blau leuchtet das Wasser des künstlichen Sees, der so salzig ist, dass man darin schweben würde.

Als ob man durch ein Tor nach Narnia, Moria oder eine andere Zauberwelt getreten ist, erleuchten große kristallene Krohnleuchter eine riesige Halle aus schwarzem Salz. Das große Holzrad knirscht, als sich die mit Salz bewachsene Wassermühle in Bewegung setzt. Hier unten gibt es Zwerge.

Wer sich traut, kann den Saal auch für Hochzeiten mieten. Konzerte finden ebenfalls in der Salzmine statt.

Nach Abschluss der Runde hat aus meiner Gruppe niemand mehr Zeit oder Lust, bei einer weiteren Führung auf dem zusätzlichen Museum-Trail mitzulaufen, und so nimmt mich Tasha auf eine ViP Privatführung durch die dritte Stollenetage und die Geschichte des Salzabbaus mit. In dunklen Höhlen verstecken sich wunderschöne Salzkristalle in allen Farben; riesige Antriebsräder, von Pferden bewegt, lassen ahnen, wie beschwerlich die Arbeit hier gewesen sein muss. Und gefährlich: Ob als Bergmann, speziell als Gasabflammer, oder auch als Tier. Alt ist in dieser dunklen Schönheit niemand geworden.

Pferde wurden in die Mine als Antriebskraft gebracht. Dazu wurden sie an einem Seilzug hinuntergelassen. In der Mine gab es Ställe, die Pferde wurden nicht wieder ans Tageslicht zurückgebracht. Das letzte Pferd verließ die Salzmine 2002 und lebte noch ein paar Jahre an der Oberfläche.

Auch in der Salzmine drohte Gefahr, durch Gas zu ersticken. Um das Gas kontrolliert abzufackeln, krochen einzelne Minenarbeiter in nasser Kleidung auf dem Stollenboden und hielten eine sehr lange brennende Fackel in die Höhe, um das Gas zu entflammen und kleine Explosionen auszulösen.

Aufwärts geht es zum Glück nicht über Treppen, auch nicht über einen Seilzug: Ein Bergmannsaufzug mit löchrigen Metalltüren bringt mich windeseiligschnell wieder nach oben zum Ausgang der Mine.

Organisatorisches

Wie kommt man hin? Von Krakau aus fährt der Bus 304, je nach Abfahrtsort braucht man ca. 1h mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Man benötigt ein Busticket für alle drei Zonen, dieses kostet aktuell 6 Zloty. Bustickets kann man an einigen größeren Haltestellen, in einigen Bussen und auch Straßenbahnen direkt am Automaten kaufen. Alternativ funktioniert auch die App Jakdojade sehr gut, um Verbindungen rauszusuchen und Tickets mit QR Code zu kaufen. Jakdojade ist eine polnische App für den Nahverkehr (keine Zugverbindungen) und kann über Googlepay aufgeladen werden. Falls die App nach einer Festnetznummer fragt ‐ bei mir hat 000 000 000 funktioniert.

In der Nähe des Burgschlosses und der Salzmine befinden sich zahlreiche Parkplätze (gebührenpflichtig). Ebenso gelangt man von Krakau aus mit dem Zug nach Wieliczka.

Tickets: Man benötigt ein Ticket für eine Gruppenführung, das man online direkt bei https://www.salzbergwerkwieliczka.de/ (offizielle Seite) kaufen kann. Ebenso kann man Tickets direkt vor Ort bekommen. Achtung: Es gibt unterschiedliche Schalter für anderssprachige und polnische Gruppenführungen. Als ich dort war (Coronabedingungen), war die Schlange am Schalter für fremdsprachige Gäste sehr kurz, die allgemeine Schlange sehr(!) lang. Den Schalter für anderssprachige Gruppenführungen findet man auf der Rückseite des Imbisshauses mittig auf dem Vorplatz. Bei Ticketbuchung vor Ort muss man nach der Ticketbuchung mit Wartezeit rechnen; man bekommt einen bestimmten Zeitslot zugewiesen. Eine selbstständige Besichtigung der Mine ist nicht möglich.

Strecken: In der Mine gibt es drei Strecken, die man besuchen kann:
Ab Danilowicz-Schacht: Die Route „Tourist Trail“ führt durch zwei Ebenen und endet nach 800 Stufen abwärts und ca. 2 km Laufweg nach 2h am Aufzug, der einen wieder hochfährt. Wer noch weiter staunen, kann ab diesem Punkt der Route zusätzlich den „Museum Trail“ erlaufen (ebenfalls mit Guide), der Museum Trail ist im normalen Ticket bereits enthalten! Man benötigt dann zusätzlich ca. eine Stunde. Ab Regis-Schacht: Bergmannsroute: Auf dieser Route erwarten einen für einen Bergmann typische Aufgaben. Die Route ist aktuell unter Corona gesperrt, bitte schaut auf der Webseite nach den aktuellen Besuchsbedingungen.

Weitere Sehenswürdigkeiten: Im gegenüberliegenden Park kann man das Burgschloss mit dem Museum der Krakauer Salzlagerstätten besichtigen.

Oma Annis Tour: Blick auf Eckernförder Bucht – Steilküste und Dünen Loop

Manchmal führt einen der Zufall zurück an Orte, an denen man vor langer Zeit Erinnerungen gesammelt hat, ohne dass man wusste, wie wertvoll diese Erinnerungen einmal sein würden. Und plötzlich steht man da; überrascht von den kleinen Erinnerungsblitzen, etwas wehmütig, und dankbar. Denn auch wenn der Mensch gegangen ist, bleibt viel von der Liebe zurück.

Wanderung: Drei-Täler-Tour Bad Harzburg – erweiterte Wegführung: Radauwasserfall, Eckertalsperre und kaltes Tal

Immer, wenn ich in den Harz fahre, warte ich auf den perfekten „Urlaubsmoment“, bei dem ich weiß: Für diesen Moment, genau diesen Moment, bin ich hergekommen.
Auf dieser Tour gibt es so vieles zu entdecken: einen Wasserfall, Aussichten (mal auf Grün, mal auf Grau), die plätschernde Ecker, Felsen und Felsformationen, Wiesen, die schon fast an die Schweiz erinnern, Waldpfade, schöne Einkehrmöglichkeiten. Wer dann noch Abenteuer sucht, kann den Baumwipfelpfad erkunden oder sich im Skyrope Hochseilgarten von Baum zu Baum schwingen.

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Wanderung: Vom Brambrüesch zum Dreibündenstein im Kanton Graubünden in der Schweiz

Des Weges Weite gibt des Schrittes Maß.

Ernst Raupach

Infos zur Route

Route: Rundwanderung Brambrüesch – Dreibündenstein
Dauer: 03:13 bei 4,0 km/h
Streckenlänge: 12.9 km
Aufstieg: 590 m
Abstieg: 590 m
Schwierigkeitsgrad: mittel bis schwer, lange Steigungen
GPX-Track und Profil unter: https://www.komoot.de/tour/83806758
Nutzung des Tracks auf eigenes Risiko – beachte immer die Anforderungen der Strecke vor Ort!

Wanderbericht

Heute entscheide ich mich für eine Rundwanderung zum Dreibündenstein – allerdings habe ich etwas Respekt vor den Höhenmetern, denn soviele auf kurzer Strecke bin ich noch nicht gelaufen. 590m Höhe und wieder runter, auf einer Strecke von 12km, das wird ein kräftiger und langer Anstieg für mich. Ich bin weiter unentschlossen.

Mit der ziemlich ruckelnden, zuckelnden und schaukelnden Gondel fahre ich zum Brambrüesch hinauf, wo mir ein älterer Herr, der mich von seinem Aussehen und seiner Kleidung sehr an den Almöhi aus Heidi erinnert, die Gondeltür öffnet und Almgedudelmusik schallt.

Ich starte meine Rundtour und gehe prompt in die entgegengesetzte Laufrichtung, so dass Komoot, meine persönliche Navitante, meckert, mein Weg liege in X Metern Entfernung. Aber ich laufe beharrlich weiter und irgendwann scheint sie zu merken, dass ich die richtige Route nur entgegengesetzt laufe (auch wenn die noch ausstehenden KM Angaben immer weiter ansteigen). Aber der Weg ist einfach und die Ausschilderungen für Wanderer sind super! Ein freundliches Wanderpärchen spricht mich auf Schweizerdeutsch an, ich verstehe fast Null, aber immerhin soviel, dass sie mir den Pfadweg oberhalb des Straßenweges empfehlen. Danke! Die Aussicht von hier ist so viel schöner!

Der Weg schlängelt sich immer weiter ansteigend – nur ansteigend. Unmengen an bunten Schmetterlingen fliegen vor mir her. Nach einer Weile komme ich an den ersten Weidezaun, in der Ferne höre ich Kuhschellen – jaaa! Gott schütze die Viehhirtin. Steht an ihrer kleinen Hütte. Und dann (Achtung, Klischee): Mehr Heidi geht nicht. Alm! Kühe! Die Almen werden von den Kühen gepflegt, und so führt mich mein Weg direkt durch die Kuhherden. Die Ladies schauen kurz auf und zupfeln dann weiter geschäftig am Gras.

Keuch! Dieser Aufstieg macht mich fertig. Sowohl von der Kondition her, als auch von der Beinmuskulatur. 500 Höhenmeter habe ich schon – Leute – 500m grade rauf! („Differenz zwischen zwei Punkten im Gelände in der Vertikale“) Und es geht noch weiter rauf. Ich denke mehrmals, ob ich umkehren soll, aber hey: Es ist doch nicht mehr weit! Also gehe ich weiter, Tippelschritt vor Tippelschritt. Mag ja sein, dass andere hier hochjoggen, aber für mich ist es die erste Alpinwanderung mit so vielen Höhenmetern. Ich habe keine Lust mehr…. Aber es gibt hier Kühe! Mit Flauschohren!

Auf der oberen Ebene angekomme, brauche ich noch etwa eine halbe Stunde bis zum Dreibündenstein. Die Aussichten von dort oben sind gigantisch. Auf dem Weg halte ich kurz an einem kleinen Bergteich, indem sich irgendwelche kleinen Echsen tummeln, als ein Hund mir entgegenkommt und in den Teich springt, den er leertrinken will. Immer wieder schaut er zu mir hin und ich bin unschlüssig, ob ich langsam aus der Hocke aufstehen soll. Wenn ich jetzt aufstehe, erschreckt er sich dann auch? Er wirkt genauso zögerlich wie ich, und kein Besitzer ist zu sehen. Ich stehe langsam auf, er schaut mich an… und trinkt dann weiter.

Die letzten Höhenmeter hinauf zum Dreibündenstein schaffe ich auch noch und lege hier eine längere Pause ein. Pausen fallen mir echt schwer: Immer habe ich das Gefühl, ich müsste laufen – darum muss ich mir selber Pausen „verordnen“.

Ich trage mich noch in das Gipfelbuch ein, und dann beginnt nach wenigen Metern der Abstieg. Meine Beine sind schon ziemlich gummerig, und auch wenn der Abstieg auf breitem Weg nicht übermäßig schwer ist, rutsche ich einmal auf dem Schotter-Gras-Kuhdung-Gemisch aus. Und wo der Dung hinführt, da sind sie dann auch: Es bimmelt und schellt, als ob ein Orchester sich völlig durcheinander einspielt. Und dann stehe ich mitten in der Kuhherde. Ich liebe Kühe! Die Kühe interessieren sich herzlich wenig für meine Selfies, wobei ich respektvollen Abstand halte. Kühe streicheln? No go! Auf dem weiteren Weg folgt mir die Kuhherde, als sie von der Kuhhirtin von der Alm runtergetrieben wird.

Völlig fix und fertig komme ich nach fast 600m rauf und 600m runter wieder bei der Gondel an, wo mir meine Gondelbekanntschaft von heute morgen freundlich auf die Schulter klopft und mich fragt, ob es schön war. War es! Wir plaudern ein wenig, während er die Gondel etwas zurückhält: Aus Südtirol kommt er, da sei es sehr schön. Die Arbeit habe ihn hergebracht. Und weg bin ich mit meiner Gondel.

Abends schaue ich mir die Bilder des Tages an. Meine Beine sind müde, mein Kopf glücklich. Gut, dass ich gelaufen bin.

Zusätzliche Infos zur Strecke

Anforderungsprofil:
Eine Tour mit vielen wundervollen Aussichten. Außer zu Beginn meist über Pfad- und Wanderwege. Trittsicherheit ist über die Strecke wichtig. Insgesamt eine Tour, die mit guter Kondition sehr gut machbar ist, ggf. mehrere Pausen einlegen. Die erste Hälfte der Strecke ist nur Anstieg.

Einkehr: An der Bahnstation Brambrüesch gibt es Einkehrmöglichkeiten; keine Einkehrmöglichkeit auf der Strecke.

Wetter: Den Wetterbericht unbedingt beachten. Das Wetter kann schnell umschlagen!

Bewertung: Für mich eine schöne Wanderung, grade auch für Einsteiger in alpines Wandern durch die gute Ausschilderung und einfache Streckenführung geeignet. Man muss kein Sportler sein, aber eine gute Grundkondition ist bei dem langen Aufstieg notwendig. Viele tolle Aussichten auf relativ kurzer Strecke

Meine persönliche Bewertung:

Bewertung: 5 von 5.

Wanderung: Durch die Rheinschlucht Ruinaulta ab Ilanz – der Grand Canyon der Schweiz

Diese Wanderung führt von Bahnhof zu Bahnhof, einmal quer durch die Rheinschlucht Ruinaulta bei Ilanz in der Schweiz. Begleitet vom Schellenursli geht es durch die Schlucht, dann hinauf zu tollen Aussichten, einmal durch den Grand Canyon der Schweiz.

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Reisesehnsucht: 10 Sehnsüchte, die uns antreiben, auf eine Reise zu gehen

Reisen ist die Sehnsucht nach dem Leben.

Kurt Tucholsky

Die Seiten meines Kalenders scrolle ich auf dem Smartphone hin und her, auf der Suche nach zusammenhängenden Tagen, die mir erlauben, eine Reise zu machen. Mal ist es ein Wochenende, mal auch mehr. Gedanken fliegen: Wo will ich hin, was will ich sehen? Wieviel Zeit brauche ich, und wieviel Geld? Und jetzt grade auch: Wann kann ich wieder eine Reise machen, wo doch Covid19 alle Reisen gestoppt hat?

Hinter jeder Reise steht eine Sehnsucht, manchmal auch mehrere.


Aber was treibt mich überhaupt an, eine Reise zu unternehmen, egal ob kurz und nah oder lang und weit? Warum verspüre ich einen inneren Drang zu reisen? Ich habe doch zu Hause alles, was ich brauche?

In jeder Reise steckt mehr als eine Sehnsucht, manchmal ist die eine stärker als die andere, aber am Ende ist es ein Potpourri, das von Reise zu Reise und Person zu Person immer anders ist.


Welche Sehnsucht steckt hinter deiner Urlaubsreise?


©TanteReisefieber.de

Die Sehnsucht nach uns selbst

Das Reisen führt uns zu uns zurück.

Albert Camus

Ich sitze in einem Café und unterhalte mich mit wildfremden Menschen. Ich fühle mich offen, ohne Gedanken, was die anderen wohl über mich denken. Es spielt auch keine Rolle: Heute unterhalten wir uns, und morgen sehen wir uns wohl nie wieder. Und wenn doch, haben sie mich kennengelernt, wie ich bin. Auf Reisen bin ich anders. Ich bin weniger in die Rollen des Alltags gezwungen, und dieses schenkt mir eine Offenheit und auch eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber Bewertungen durch andere, die ich mir im Arbeitsalltag manchmal wünsche.

In gewisser Weise ist Reisen Ausdruck der Sehnsucht nach uns selbst. Die einen wandern einsam durch unwegsames Gelände, die nächsten gönnen sich ein Yoga-Retreat und wieder andere verbringen eine Woche im Wellness-Resort. Aber immer geht es um einen Kern in uns; um einen individuellen Kern, den wir auf einer Reise (wieder-) finden oder herauslassen wollen.


Die Sehnsucht nach Freiheit

Life has no limitations, except the ones you make.

Les Brown

6.30 Uhr – der Wecker klingelt.
8:00 Uhr – Ich komme im Büro an.
12:30 Uhr – Mittagspause …

Neuer Tag, alter Ablauf. Selbstgewählte oder fremdgestellte Zwänge im Alltag, das Gefühl, eingezwängt zu sein in all den Anforderungen, die wir täglich bewältigen müssen. Und die Sehnsucht, frei zu sein, frei von Routinen, festen Abläufen, Ansprüchen und Erwartungen anderer oder von uns selbst an uns.


Die Sehnsucht nach Abenteuer/Wagemut

Wenn du denkst Abenteuer sind gefährlich, versuch’s mal mit Routine. Die ist tödlich!

Paulo Coelho

Wer eine Reise macht, der kann was erleben. Und darum geht es ja meistens auch. Dabei beginnt die Suche nach dem Abenteuer zum Glück für jeden woanders. Für die einen ist die erste Fahrt über die Grenze nach Holland an die Nordsee ein großes Abenteuer, der andere braucht Adrenalin und Extremherausforderung bei der Besteigung des Annapurna. Vielleicht möchte man in einem sicheren Rahmen mutiger sein, als man sich im Alltag fühlt, das sichere Abenteuer erleben. Eigentlich ist alles abgesichert: Reise, Unterkunft, Abenteuertouren. Oder vielleicht sucht man auch genau das Gegenteil: Ohne Seil, Netz und doppelten Boden einfach drauflos. Irgendwohin, egal wohin, Hauptsache ganz anders.


Die Sehnsucht zu entdecken

Die Welt ist ein Buch und wer nicht reist, sieht nur eine Seite davon.

Saint Augustino

Täglich die gleichen Wege: Von der Arbeit nach Hause, zum Supermarkt, zur Schule. Wege, die ich fast im Schlaf fahren kann. Meine „Hauswanderroute“, auf der ich jeden Pfad, jeden Wasserstrudel des Baches und jeden Farn gefühlt persönlich kenne. Und irgendwann das Gefühl: Ich brauche neuen Input, neue Bilder im Kopf.


Die Sehnsucht zu lernen

Das Reiseziel ist nie ein Ort, sondern eine neue Art, die Dinge zu betrachten.

Henry Miller

Und mit der Sehnsucht nach neuen Bildern im Kopf wächst der Wunsch, Neues zu entdecken, Neues zu lernen. Es macht mir Spaß, Wörter einer anderen Sprache zu lernen und auszuprobieren, neue Orte kennenzulernen, neue [alte] Geschichten zu hören. Wie leben andere Menschen? Was ist ihnen wichtig? Was ist vertraut, obwohl fremd?


Die Sehnsucht nach Perspektiven

Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.

Alexander von Humboldt

Manchmal reisen wir auf der Suche nach neuen Perspektiven, zu uns selbst, zu Fragen, die das Leben an uns stellt oder die wir an das Leben stellen. Manchmal suchen wir nicht gezielt nach neuen Perspektiven, sondern die neuen Perspektiven kommen einfach, so wie Facetten in einem Kaleidoskop, wenn man es schüttelt. Und ohne, dass man es vielleicht merkt, hat sich die Weltsicht verändert.

Meine Reisen suche ich etwas danach aus, ob ich dort Erlebnisse haben kann, die ich tragen kann. Sie müssen nicht immer wundervoll und atemberaubend schön sein. Aber sie müssen für mich verkraftbar sein, sie müssen mir eine Perspektive bieten, die mich persönlich weiterbringt. Ich weiß, dass extreme Armut existiert, das Tierleid existiert, dass Umweltkatastrophen existieren. Katastrophentourismus ist etwas, das ich nicht vertreten kann, ebenso Ausbeutung von Mensch und Tier zu reinem Vergnügen anderer. Hier hört meine Offenheit auf.


Die Sehnsucht nach Entspannung

Um ruhig zu werden, stellen Sie sich auf einer idyllischen Südseeinsel vor, auf weißem Sand. Fühlen und empfinden Sie, wie Sie lächelnd dastehen und die Brise sie sanft streichelt.

Paul Wilson

„Könnten Sie den Bericht noch fertig machen?“, ist die Frage, die den Schreibtisch zum Explodieren bringt. Pling! Meine Kalenderapp meldet sich. Mist, den Termin hatte ich vergessen! Irgendwie wirds alles viel. Ich brauche Entspannung!

Wie oft reisen wir, um zu entspannen – einfach dadurch, dass wir Entfernung zwischen uns und die Stressfaktoren bringen. Den Tag einfach an uns vorbeiplätschern lassen, statt schon morgens beim Aufwachen überlegen, welche Listen heute abgearbeitet werden müssen. Ganz ohne jeden Stress, irgendwo an einem Ort, an dem man rundum versorgt wird, oder ganz aktiv mit positivem Stress im Aktivurlaub, aber immer weg mit Kopf und Körper von unserer Alltagsroutine. Den Kopf rausstrecken aus dem Stressberg, und ihn frei bekommen.


Die Sehnsucht nach Anerkennung

Eine unausrottbare Eigenschaft im Wesen des Menschen ist sein Verlangen nach Anerkennung.

William James

Instagram: Ich betrachte das Bild einer jungen Frau, die mit einem Selfiestick oben auf einem Wolkenkratzer ein Bild von sich gemacht hat. Kalkuliertes Risiko oder schlicht unsinniger Wahnsinn? Aufmerksamkeit um jeden Preis. So viele Reisen werden inzwischen nicht danach geplant, wo man hin möchte, sondern wo es einen Ort oder eine Sehenswürdigkeit gibt, der/die als besonders „instagrammable“ gilt – geeignet für das perfekte Instagram-Foto. Hier geht es um Klicks, Likes, Anerkennung und Vermarktung, auch auf Kosten der eigenen Gesundheit, manchmal des eigenen Lebens.

Vielleicht ist das ein Extrem, aber bei vielen Reisen ist meist mal mehr, mal weniger, die Sehnsucht nach Anerkennung mit im Gepäck. Wenn alle Arbeitskollegen vom Sommerurlaub an den entlegendsten Orten, von weißen Sandstränden und tollen Hotels, von Aussichten und Landschaften, von Erlebnissen und Eroberungen berichten – da bleibt Balkonien dann doch das Mauerblümchen.


Die Sehnsucht nach Erinnerungen

Lieber ein Reisepass voller Stempel, als ein Haus voller Zeug.

Autor unbekannt

Was ist der Mensch anderes, als eine Summe der Erinnerungen, die er in die Zukunft trägt?

Erinnern möchte ich mich an zwei Arten von Erlebnissen: die Alltäglichen, die Besonderen. Die Alltäglichen geben mir das Gefühl von Zuhause, die Besonderen sind die Farben im Bild. Ich möchte mich erinnern an gute Zeiten mit Menschen, die ich liebe und an wundervolle Orte – am liebsten beides in Kombination. Und ich möchte eine Schatztruhe füllen, nicht mit Kram, der mir emotional nichts bedeutet, sondern mit Bildern und Gefühlen.


Die Sehnsucht nach Heimkehr

Der Mensch bereist die Welt auf der Suche nach dem, was ihm fehlt. Und er kehrt nach Hause zurück, um es zu finden.

George Moore

Und wenn dann alle Sehnsüchte gestillt sind, bleibt oft noch eine, und vielleicht die schönste von allen: die Sehnsucht nach Heimkehr, nach Zuhause, nach Rückreise an den Ort oder zu den Menschen, zu denen man sich zugehörig fühlt. Wenige Menschen haben die Welt als zu Hause. Die meisten von uns aber sicherlich einen bestimmten Ort auf dieser Welt, der sie immer wieder anzieht. Die Sehnsucht nach Heimkehr ist keine Sehnsucht nach einem Wohnort, sondern die Sehnsucht nach dem Ort, an dem sie starten – die Sehnsüchte, die mich zum Reisen bringen.

Ich mag ihn nicht, diesen Moment am Bahnhof: Ich komme in meiner kleinen Stadt am Bahnhof an. Eine Welle der Niedergeschlagenheit trifft mich immer, nach jeder Reise, wenn ich hier aus dem Zug steige. Nach all den Farben, wundersamen Eindrücken, dem Lachen und Staunen, zieht mich dieser abgranzte Bahnhof runter. Er sagt mir „Du bist wieder da, in dem Alltagstrott, im Stress, im Hamsterrad“. Und dann gehe ich nach Hause. Und dieser Moment ist dann doch wieder schön. Das eigene Bett. Meine Tiere. Meine Lieblingsmenschen.

Und wenn dich eine Sehnsucht durch die Welt trägt, welche ist es?

Reisekosten: Mit wenig Geld einen Tag in Rom erleben

Sightseeing macht Spaß und kann schnell zu einem teuren Vergnügen werden. Aber auch, wenn man nicht viel Geld ausgeben will oder kann, lohnt sich eine Reise nach Rom ganz besonders, denn viele Sehenswürdigkeiten sind von außen schon sehr beeindruckend und von Aussichtspunkten, durch Zäune oder auch durch Mauerlöcher lässt sich oft auch ein Blick in das Innere erhaschen. Und manchmal gibt es unerwartet und überraschend schöne Alternativen zur klassischen Attraktion. Meine Highlights einer günstigen Romreise stelle ich dir hier vor.

Reisebericht: Corona und eine Reise nach Rom

Rom, die ewige Stadt. Aber auch in ewigen Städten läuft der Gang der Dinge nicht immer gleich. Vor unserer Reise haben wir uns viele Gedanken gemacht: Fahren oder nicht? Jeden Tag haben wir die Entwicklungen rund um Covid19 verfolgt, bis zum letzten Abend die Aktualisierungen des Auswärtigen Amtes belauert. Als keine Reisewarnung kam, beschlossen wir zu fahren, für fünf Tage Rom. Und Corona holte unsere Reise ein.