Reise-Essentials: Was muss mit auf die Reise


„Das einfache Leben ist eine schwierige Angelegenheit.“

(William Cowper, englischer Dichter und Rechtsanwalt, 1731 – 1800)

Zu viel im Koffer, nicht genug Taschen, und dann ist das Gepäck auch noch zu schwer? Was muss wirklich mit auf die nächste Reise, und was darf zu Hause bleiben?

Natürlich hängt es von der Art der Reise ab, was (oder wen 🙂 ) man im Gepäck mitnimmt. Ebenso von dem, was du am Zielort vorhast (Trekkingtour oder Businessfahrt?) oder wie lange du bleiben willst. Und Komfort und was man dafür braucht, ist sowieso rein individuelle Bewertung – der eine schläft auf Isomatte und braucht sonst nichts, der andere braucht im warmen Hotelbett noch die Wärmflasche von Daheim. Aber was ist es, was du unbedingt dabei haben willst? Was du brauchst, damit deine Reise für dich angenehm wird – ohne dich gleichzeitig auf der Reise zu beschweren, einzuschränken und vielleicht am Ende mit viel ungenutztem Gepäck wiederzukommen zu lassen?

„Lebe leicht, reise mit leichtem Gepäck.“

Spruch auf meinem Yogi-Tee.

Meine Reise-Essentials:

Bargeld: Meist habe ich eine geringe Menge Bargeld bei mir, das für eine kleinere Wegzehrung unterwegs und wenigstens für eine Taxifahrt zum nächsten Geldautomaten im Notfall reicht.

Bekleidung: Ich nehme wenig Kleidung mit und nutze oftmals den Zwiebellook mit Funktionsmaterialien, die schnelltrocknend und leicht per Hand waschbar sind. Im Gepäck habe ich zwei T-Shirts, eine Wanderhose, eine Jeans, Pulli und Jacke, Unterwäsche, 1-2 Paar Socken, Leggings und Top, außerdem noch mein Buff-Tuch, dass flexibel als Schal, Mütze oder irgendwas dazwischen genutzt wird. Dazu die Dinge, die ich zur Reise am Körper trage :). Meine Wanderschuhe bzw. Trailrunner – denn in denen machen mir auch viele Stadtkilometer Sightseeing nichts aus – und, bei warmen Reisezielen, evt. Flipflops und Sonnenbrille und Badeklamotten….oder, z.B. auf der Norwegentour, Skihosen und Winterkram. Nur die beiden Katzen, die sich auf dem Bild versteckt haben, passten leider nicht mehr rein.

Kabel: Ladekabel für mein Handy, die Powerbank und evt. meine Kamera

Krankenreiseversicherung: Nach meiner Auswanderung in die Emirate und guten Erfahrungen mit der Auslandskrankenversicherung der HanseMerkur habe ich dort eine Reiseversicherung, die sich jedes Jahr erneuert. Wichtig: Kontaktnummern der Reiseversicherung auf die Reise mitnehmen!

Hygieneprodukte: Kein Parfüm, kein Shampoo oder Conditioner, kein Haarspray, kein Fön, Lockenstab, usw. – Was mitkommt: Haarbürste, Zahnbürste + -pasta, Deocreme, ein kleines Töpfchen Körper- oder Handcreme, eine kleine Flasche Duschgel, Damenhygieneartikel bei Bedarf, Sonnencreme bei Bedarf. Vieles fülle ich in kleine Tigel oder Töpfchen um, die man im Drogeriemarkt kaufen kann. So muss ich nicht die großen Flaschen und Dosen mitnehmen.

Kreditkarten: Ich habe zwei Kreditkarten von zwei unterschiedlichen Banken (Ing-Diba und DKB) dabei, mit denen ich auch im Ausland Bankautomaten kostenlos nutzen kann. Meist wechsle ich dann auch kein Geld vor Reiseantritt, sondern ziehe bei Ankunft am Flughafen etwas Geld am Automaten. Die beiden Karten bewahre ich auf der Reise getrennt von einander auf, so dass ich im Notfall, z.B. wenn eine geklaut wurde, immer noch versorgt bin.

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Notfallapotheke: Auch wenn es „nur“ kleine Wehwehchen sind, können sie den Urlaub doch ganz schön vermiesen. Bauchschmerzen (nach zu viel Essen?) oder (ja, fies) Durchfallerkrankungen, Erkältungssymptome oder Kopfschmerzen – und zack, hat man ein Bett lieber als den schönsten Strand. Darum habe ich im Gepäck immer ein Schmerzmittel und Mittel gegen Durchfall/Bauchschmerzen dabei. Dazu ein kleines Set mit Pflaster und Pinzette für den kleinen Notfall. Für alles andere gibt es in der Regel auch am Reiseziel eine Apotheke (und sonst plant man eh anders).

Nichts in der Welt wirkt so ansteckend wie Lachen und gute Laune

Charles Dickens

Notfallnummern: Sowohl im Handy gespeichert, als auch im Portemonnaie auf Papier, habe ich eine Reihe von Notfallnummern dabei. Nicht nur, damit andere wissen, wo ich stecke, wie es mir geht und was ich vielleicht brauche, sondern weil im Notfall auch meine Katzen versorgt werden müssen.

Tipp: Um Sicherheitsinfos während deiner Reise zu bekommen, kannst du dich unter https://elefand.diplo.de beim Auswärtigen Amt in die Datenbank zur elektronischen Erfassung Auslandsdeutscher eintragen. Dieses geht sowohl für längere Auslandsaufenthalte als auch für kurze Reisen. Nach der kostenlosen Registrierung gibts du deine persönliche Daten, Infos zu deiner Reise und Kontaktpersonen in Deutschland an. So kannst du im Notfall effektiv konsularische Hilfe und Unterstützung durch deutsche Auslandsvertretungen erhalten.

Ohrenstöpsel: Ja! Ich reise gerne mit anderen Personen zusammen, aber etwas komplizierter wird es dann beim Thema Schlafen. Am liebsten habe ich ein Einzelzimmer, aber das geht nicht immer, und so sind Ohrenstöpsel zwei sehr gute Freunde von mir. Schnarchen, laute Zimmernachbarn und andere Geräusche sind so gleich viel besser zu ertragen. Habe ich sie doch einmal vergessen, klemme ich mir die inEar-Kopfhörerstöpsel ins Ohr – besser als nichts, und zur Not mit Musik.

Powerbank: Strom muss mit. Ich nutze mein Handy viel zum Fotografieren, Navigieren, Kommunizieren. Daher habe ich besonders auf Wanderungen eine Powerbank dabei. Auf Städtereisen geht es auch ohne, denn hier gibt es oft Möglichkeiten, zwischendurch oder abends zu laden. Eine Powerbank gibt es inzwischen schon für den kleinen Geldbeutel. Bisher gute Dienste leistet mit die Powerbank von POWERADD Slim 2 mit 5000mAh, die ich vor zwei Jahren gekauft habe. Für meine Norwegenreise im Winter habe ich damals in einem Anflug von Shopping-Wahn eine weitere Powerbank gekauft, die gleichzeitig Wärme als Handwärmer abgegeben hat – fragt lieber nicht, was mich dazu geführt hat. Die Handwärmer-Powerbank hat jedenfalls bei der Kälte nicht funktioniert, nie verlässlich geladen und war von ihren blinkenden Lampen her sehr unverständlich – wir haben uns kommunikativ nicht verstanden. Mit der POWERADD verstehe ich mich dagegen blendend.

Reisepass: Ohne geht es nicht. Tatsächlich habe ich zur Zeit nicht mal einen Personalausweis, so dass mein Reisepass mehr als nur mein Reisedokument sondern mein Ausweisdokument im Alltag ist. Da ich eh immer mit einem Rucksack rumlaufe, ist es für mich kein besonderer zusätzlicher Aufwand. Leider wird er bald ablaufen, und dann muss Ersatz her. Schade, denn voll ist er nicht.

Rucksack: Ich reise aktuell mit einem 40+5L Rucksack von Mountaintop, den ich prima in Flughandgepäckmaße quetschen kann und in den ich alles für eine Woche Reise reinbekomme (auch 2 Skihosen – Vaccumbeutel machen es möglich).

Tipp: Wenn du gerne mit einem Rucksack reist, keine Angst vor zerknitterten Klamotten hast und mehr mitnehmen möchtest, kannst du ganz normale Vaccumbeutel nehmen (die man normalerweise mit dem Staubsauger aussaugt). Durch Schließen des Beutels und Rausdrücken der Luft durch das Ventil bei gleichzeitigem Aufrollen bekommt man auch ohne Staubsauger viel Luft aus der Bekleidung – und so mehr Platz im Rucksack.

Schlüssel:Hier ist weniger mehr: Von meinem Schlüsselbund mache ich alles ab, was ich wirklich nicht brauche – Kellerschlüssel, Briefkastenschlüssel, Arbeitsschlüssel, manchmal auch den Autoschlüssel, und so bleibt meist nur der Haustürschlüssel, der auf die Reise mitkommt.

Smartphone: Mein Smartphone ist Kommunikationsmittel und Multimediagerät, dass auch so genutzt wird. Meist habe ich keinen Laptop dabei, so dass mein Handy auch dazu dient, mir Notizen für Blogposts zu machen, Ideen festzuhalten, Bilder zu katalogisieren…

Tickets: Ich liebe es, meine Reise vorauszuplanen. Neben Tickets für Flugzeug oder Bahn habe ich meist schon Aktivitäten oder Eintrittskarten für Aktivitäten vor Reiseantritt gekauft. Diese werden entweder ausgedruckt mitgenommen oder – was inzwischen viele Veranstalter auch anbieten – auf dem Handy als BarCode mitgenommen (wobei ich hier immer Angst habe, dass mein Handy dann evt. mal nicht geht.)

Wasserflasche: Ich trage außen am Rucksack immer eine Wasserflasche mit mir herum. Hier in Deutschland gibt es einfach so oft die Möglichkeit, an klares, sauberes Trinkwasser kostenlos zu kommen, während zwei Meter weiter ein Automat steht, an dem man für gleiches Wasser in flimsiger Plastikflasche viel Geld lassen soll. Beim Wandern über längere Strecken habe ich eine Trinkblase dabei, weil die vom Eigengewicht leichter ist, sich im Rucksack besser anpasst und man prima daraus trinken kann, ohne den Rucksack abnehmen zu müssen.

Meine Reise-Extras

…wenn halt noch etwas Platz ist.

Kamera: Je nach Ziel und Platz im Rucksack hatte ich bisher meine Canon 60D mit ein bis zwei Objektiven dabei. Aber in letzter Zeit hatte ich immer weniger Lust, die schwere Kamera mitzuschleppen, so dass ich z.B. bei meiner Wanderung auf Guernsey nur mit dem Handy fotografiert habe. Ging gut – bei Sonne. Meine neue Reisebegleitung, eine Sony a6000, passt prima in jede Jackentasche. Ob wir Freunde werden, wird sich noch zeigen.

Faltrucksack: Nicht essentiell, aber unheimlich praktisch. Dieser kleine Rucksack ist ein prima Begleiter, wenn ich den großen Rucksack in der Unterkunft lassen und auf Erkundungstour, ins Museum oder auf einen Tagesausflug mit Sightseeing gehen und den großten Rucksack nicht mitnehmen möchte. Er lässt sich sehr klein zusammenfalten und mit einem Karabiner befestige ich ihn außen am großen Rucksack.

Futterzeug: Ja. Ich liebe es, unterwegs zu essen, vorallem beim Autofahren, Zugfahren, Fliegen. Es vertreibt die Zeit und macht micht glücklich – besonders, wenn es aus Schokolade besteht. Nicht, dass du jetzt denkst, mein Rucksack wäre voll davon. Ein bisschen – naja. Meistens habe ich statt viel Schoko auch eher Müsliriegel und Kaugummi dabei. Sind irgendwo Übernachtungen geplant, auch schon einmal ein oder zwei Tütensuppen – meine Nahrungsquelle in den ersten zwei Tagen in Norwegen.

Reisehandtuch: Ich benutze ein Microfaserhandtuch unterwegs, z.B. wenn ich nur eine Nacht in einer Ferienwohnung verbringe und dann weiter möchte. Der Vorteil des Handtuches ist seine extrem schnelle Trocknung und das wirklich leichte Gewicht. …und es eignet sich unterwegs auch prima als Sitzunterlage!

Stativ: Je nach Reiseziel und Fotoziel nehme ich ganz selten ein Reisestativ mit. In Norwegen war es dabei, um die Polarlichter einzufangen, bei meinen Wandertouren bleibt es dagegen zu Hause.

Tee: Nicht nur die Queen braucht ihren 5 o’clock tea – ich auch, wenn auch nicht um 5. Darum habe ich oft ein paar Teebeutel im Rucksack, und einen Teebecher, der mich begleitet. Auf Tagesausflügen ist eine Thermosflasche dabei, aber sonst nur die Teebeutel. Meist gibt es auf Hotelzimmern einen Wasserkocher, und wenn nicht…dann nehme ich, wenn ich es vorher weiß, meinen kleinen Reisetauchsieder mit. Tee muss.

Spork: Spork = Spoon & Fork …oder Göffel auf Deutsch :). Als ich in Spanien quasi aus dem Supermarkt gelebt habe, hat es mich unheimlich gestört, kein Besteck dabei zu haben, weil ich kein Plastikbesteck kaufen wollte. Jetzt ist diese nette Gabel-Löffel-Kombination in mein Reiseesszimmer eingezogen: Sehr geringes Gewicht aus Titan bei maximalem Nutzen.


…Ergänzungen folgen. Was kommt bei dir unbedingt mit? Wenn du einen Kommentar hinterlässt, ist vielleicht deine Idee in meinem nächsten gepackten Rucksack mit drin.

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