Reisebericht
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Dunkle Geschichte: Schindlers Emaillefabrik und das Konzentrationslager Auschwitz

„Wer auch immer ein einziges Leben rettet, der ist, als ob er die ganze Welt gerettet hätte”

babylonisches Talmud Traktat Sanhedrin 37a

Krakau: Wunderschöne Altstadt, Bummeln, Eisessen, Urlaub. Und: Deutsche Besatzung, zweiter Weltkrieg, Verfolgung, Mord und Wahnsinn. Ich habe mir lange überlegt, ob ich mich mit der dunklen Seite Krakaus, und damit mit dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte, mit Verantwortung, Fragen nach Schuld und Unschuld, Vergeben, Vergessen und Erinnern auseinandersetzen möchte. Nicht zum ersten Mal erlebe ich deutsche Geschichte als Besatzergeschichte (Guernsey, Britische Inseln) und auch ein Konzentrationslager habe ich besichtigt. Also warum noch einmal? Schaulust?

Der Besuch im Konzentrationslager ist eine Verantwortung. Durch den Besuch und die Beschäftigung mit der unmenschlichen Grausamkeit übernehme ich Wissen und Verantwortung, solche nicht wieder geschehen zu lassen. Ich zolle den Opfern meinen Respekt, denn dieser Ort war ein Versuch, ihnen jegliche Menschlichkeit abzusprechen und zu nehmen. Auschwitz ist kein Touristenziel, kein Sightseeing-Must-Have. Es ist eine Mahnung.

Oskar Schindlers Emaillefabrik

Wer auch immer ein einziges Leben rettet…

Aus der Schule erinnere ich mich dunkel an Oskar Schindler und seine berühmte Liste der Juden, die er davor bewahrte, im Konzentrationslager ermordet zu werden. Ein Spielfilm, berührend, bedrückend, aber weit weg. Bis ich vor dem Eingang der Emaillewarenfabrik, der Fabryka Emalia Oskara Schindlera, im Zentrum Krakaus stehe. Und ich stehe erst einmal gut eineinhalb Stunden, denn Tickets habe ich nicht vorgebucht. Warten ist nicht meins…aber: Was für ein Segen, dass ich heute in dieser Schlange an dieser Stelle zu dieser Zeit stehen darf.

Produktionshallen gibt es heute keine mehr, doch das Verwaltungsgebäude der Fabrik von Oskar Schindler steht noch. Nach Verstaatlichung und Nutzung als Fabrik für Telekommunikationsanlagen nach dem Krieg wurde das Gelände 2005 von der Stadt Krakau zurückgekauft und ein beeindruckendes Museum eingerichtet, das den Besucher mitnimmt durch die Zeit der deutschen Besatzung Krakaus von 1939 bis 1945 mit Schwerpunkt auf dem Schicksal der Juden im Krakauer Ghetto.

Ich betrete das Fotostudio, von den Wänden schauen mich Kinder, Frauen und Männer an, alle mit Lebenszielen, Erwartungen, Hoffnungen. Themenraum für Themenraum tauche ich ein in ein Grauen, dass immer unfassbarer wird.

Wie kann so etwas geschehen?

Der letzte Tag im Frieden, Einmarsch der Deutschen, für Juden und Nicht-Juden getrennte Geschäfte; geschlossene Unversitäten, Aufbau des Ghettos, Transport der Juden nach Auschwitz… lange stehe ich vor Bildern, letzten Postkarten, einer verlorenen Brille. So viel Hoffnungslosigkeit. Und nach und nach kleine Schritte, die das Grauen nicht aufhalten, die nicht aus „Heiligkeit“ entstehen, sondern (zunächst) auch aus Wirtschaftlichkeit, und die unter hohem Risiko am Ende aber 1300 Juden vor der Vernichtung retten. Während ich durch die Ausstellung laufe, nimmt meine Bedrückung immer weiter zu. Das ist kein fröhlicher Museumsbesuch hier, das ist schwere Kost, ein Blick in den menschlichen seelischen Abgrund. Aber bei aller Bedrückung macht sich auch Bewunderung breit für Menschen, die in dunkelsten Zeiten immer wieder kleine Hoffnungszeichen setzen. Was bringt Menschen dazu, Universitätsabschlüsse im Untergrund zu machen; geheime Theater im Untergrund weiterzuführen; Menschen bei eigener Lebensgefahr zu verstecken? Was ist das Schöne in der menschlichen Seele?

In den Themenräumen sind anschauliche Stationen mit Informationstafeln, Ausstellungsstücken und Videotafeln aufgebaut. Es sind keine klassischen Museumsräume, sondern dem tatsächlichen Alltag im besetzten Krakau nachempfundene Kulissen. Der Film Schindlers Liste nimmt nur einen sehr kleinen Teil der Ausstellung ein; das Büro von Oskar Schindler kann besichtigt werden.

Hinweise – Oskar Schindlers Fabrik:

Wie kommt man hin: Aus dem Zentrum sehr einfach zu Fuß, einmal quer über die Weichsel. Vom Stare Miasto (Krakau Altstadt) kann man immer die Straße Starowislna gradeaus Richtung Weichsel laufen und braucht ca. 30 Min. zum Museum. Mit dem Zug (Station Krakow Zablocie) und verschiedenen Bussen kommt man ebenfalls hin. Als zusätzlicher Orientierungspunkt: Das Museum liegt direkt neben dem nationalen Kunstmuseum.

Und Tickets?: Wer nicht in einer (auch Corona bedingt) langen Schlange bis gut zwei Stunden draußen vor der Tür warten möchte, sollte sehr früh kommen oder noch besser die Tickets online über die offizielle Seite kaufen. Die offizielle Ticketseite ist: https://bilety.mhk.pl/?lang=en ; ein Kauf über diverse Touristenportale ist nicht notwendig. Wer ein Ticket über die offizielle Seite kauft, kommt auch zum gebuchten Zeitfenster rein.

Und sonst? Das Museum ist unbedingt zu empfehlen; auch ganz besonders, wenn man noch Auschwitz besuchen möchte. Man erhält unheimlich viel Hintergrundwissen, das helfen kann, die Erlebnisse in Auschwitz besser einzuordnen. Für kleine Kinder ist die Ausstellung nicht geeignet!

Konzentrationslager Auschwitz / Auschwitz-Birkenau

Wie kann man Grauen in Worte fassen?

Je mehr ich über den Nationalsozialismus, den zweiten Weltkrieg und die Todesmaschinerie lerne, desto unbegreiflicher wird es. Kann man Grauen in Worte fassen?

Es regnet in Strömen. Im jüdischen Viertel werde ich von einem kleinen Gruppenbus abgeholt; diese Tour mache ich komplett geführt. Bis nach Oświęcim (Ausschwitz) brauchen wir etwa eine Stunde; im Bus läuft ein Informationsfilm über Auschwitz, der zwar alt ist, aber erschreckend offen über Auschwitz berichtet. Ich schaue hin. Und dann ganz kurz weg. Die Bilder sind schwer auszuhalten.

In Auschwitz gibt es aktuell nur geführte Gruppenführungen (und ich hoffe, dieses wird aus Respekt vor dem Ort auch in Zukunft so beibehalten). Unsere Touristenguidin – es fällt mir schwer, in diesem Rahmen das Wort Führerin zu benutzen – führt uns über das Gelände, zu und in Baracken, durch den Matsch zu den Krematorien. Menschen aus allen Richtungen der Welt, 20 verschiedene Sprachen, Kinder, Frauen Männer, jung und alt – verfrachtet ins Nirgendwo, um zur Arbeit gezwungen oder direkt getötet oder als Material zerlegt zu werden.

Ich habe mir viele Gedanken gemacht, ob und wieviel ich in Auschwitz fotografieren möchte. Für mich ist nicht das Fotografieren an sich dort ein Problem, sondern das wie. Braucht man das „lustige Todesselfie vor der Erschießungswand“? Sicher nicht. Fotos als Dokumentation, dass man diesen Ort besucht hat? Warum nicht? Fotografieren ist in Auschwitz grundsätzlich nicht verboten. Es gibt jedoch einzelne Ausnahmen, z.B. ein großes Glasfenster mit zwei Tonnen Haaren von ermordeten Menschen. Für mich persönlich habe ich mir in Auschwitz die Frage gestellt, warum ich etwas fotografieren soll, was andere viel besser, respektvoll und mit viel Taktgefühl bereits dokumentiert haben. Und daher gibt es an dieser Stelle nur wenige Bilder. Vielmehr möchte ich euch dringend den Beitrag von Breitengrad 66 ans Herz legen; eine wunderbare Fotoblogreportage mit ausdrucksstarken Bildern und viel Emotion: https://www.breitengrad66.de/2014/03/18/ein-besuch-in-auschwitz/

Vieles, was ich an diesem Tag erfahre, berührt mich tief: Tod oder Arbeitslager nach Handzeichen des Arztes auf der „Judenrampe“, willkürliche Erschießungen bei Flucht von Mithäftlingen, Geschichten von Krankheit, Hunger und jeder muss sich selbst der Nächste sein. So viel Dunkelheit – das muss der tiefste Abgrund der menschlichen Seele sein. Und dennoch: Immer wieder gibt es auch kleine Geschichten von Hoffnung, von Leben: Kinder, die nach Sterilisationsexperimenten von Mengele doch noch geboren werden; die Geschichte von Pater Kolbe…

„Am 29. Juli 1941 wurden Männer als Vergeltungsmaßnahme für die nur vermutete Flucht eines anderen Häftlings, dessen Leiche später gefunden wurde, zur Ermordung aussortiert. Als einer der Männer, Franciszek Gajowniczek, der eine Frau und zwei Söhne hatte, in lautes Wehklagen um sich und seine Familie ausbrach, bat Pater Kolbe den Führer des Häftlingslagers Karl Fritzsch darum, den Platz von Gajowniczek einnehmen zu dürfen, und wurde am 31. Juli 1941 in den berüchtigten „Hungerbunker“ des Blocks 11 gesperrt. […] Am 14. August wurden Pater Kolbe und drei andere Verurteilte, die noch nicht verhungert waren, durch Phenolspritzen […] umgebracht und im Krematorium verbrannt. Gajowniczek überlebte das Konzentrationslager und starb 1995.“ – Wikipedia, Stand: 01.09.2021

Sehr, sehr nachdenklich verbringe ich meinen letzten Tag in Krakau.Vielmehr als jeder Geschichtsunterricht hat mich dieser Besuch in Auschwitz berührt. Warum steht ein Besuch im Konzentrationslager nicht als Pflichtbesuch in jedem Unterrichtscurriculum? Urlaub war dieser letzte Tag nicht, und dennoch bin ich froh, nach Auschwitz gefahren zu sein. Dieser Ort, die Geschichte der Menschen dort, hat mich tief berührt.

Hinweise – Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau

Wie kommt man nach Auschwitz? Vom Hauptbahnhof Krakau (Kraków Główny) aus mit dem Zug oder dem Bus bis zum Hauptbahnhof von Oświęcim, dann hat man noch ca. 3 km Laufweg vor sich, die Fahrt dauert ca 1 1/2 Stunden. Alternativ kann man mit einem Busunternehmen, z.B. von Lajkonik (Fahrplan nach Auschwitz), fahren, die mehrmals täglich hin und her fahren. Sehr komfortabel (aber auch teurer) fährt man mit einem privaten Touranbieter, der einen am Treffpunkt abholt und wieder zurückbringt. Über diese Tourguides bekommt man z.B. Infos bei der Touristeninformation in Krakow, oder man bucht direkt online über entsprechende Portale wie getyourguide oder tripadvisor. Hier bekommt man auch Pakete, bei denen man an einem Tag nicht nur Auschwitz, sondern auch das Salzbergwerk Wieliczka besuchen kann – für mich war dieses keine Option, denn ich wollte für beide Orte ausreichend Zeit haben. Meinen Ausflug nach Wieliczka findest du hier.

Tickets: Man benötigt ein Ticket für eine Gruppenführung, das man online direkt bei https://visit.auschwitz.org/(offizielle Seite) kaufen kann. Bucht man eine Tour ab Krakau, ist das Ticket für Auschwitz schon meist mit drin. Achtung: In Auschwitz muss man durch einen Sicherheitscheck und die Taschen werden wie am Flughafen kontrolliert. Das Ticket für Auschwitz beinhaltet den Besuch in Auschwitz (Museum Gedenkstätt) und in Auschwitz-Birkenau („Judenrampe“). Zwischen beiden gibt es Pendelbusse, alternativ kann man zu Fuß gehen.

Hinweise: Auf dem Gelände bewegt man sich fast ausschließlich draußen, außer bei der Besichtigung einzelner Blöcke, in denen Objekte oder Bilder ausgestellt sind. An einem Regentag wird es draußen sehr matschig, nicht alle Wege sind asphaltiert. Wer unvorbereitet kommt, kann am Kiosk in der Gedenkstätte Regenponchos für kleines Geld kaufen. Die Ausstellung ist für Kinder nicht geeignet!

Reisebericht: Corona und eine Reise nach Rom

Rom, die ewige Stadt. Aber auch in ewigen Städten läuft der Gang der Dinge nicht immer gleich. Vor unserer Reise haben wir uns viele Gedanken gemacht: Fahren oder nicht? Jeden Tag haben wir die Entwicklungen rund um Covid19 verfolgt, bis zum letzten Abend die Aktualisierungen des Auswärtigen Amtes belauert. Als keine Reisewarnung kam, beschlossen wir zu fahren, für fünf Tage Rom. Und Corona holte unsere Reise ein.

Reisebericht: Malaga in Spanien – mein Tor nach Andalusien – Andalusien Etappe 3

Málaga war mein Start- und Endpunkt einer wunderschönen Reise durch Andalusien. Zaubervolle Aussichten, wunderhafte Orte und die Buntheit der Welt erlebe ich auf dieser Reise. Alte Steine, neue Steine – und das Meer gibt es auch!

Reisebericht: Cordoba – Die Säulen der Mezquita – Andalusien Etappe 2

Auf meiner Reise durch Andalusien staune ich über Säulen bis in die Unendlichkeit, wunderschöne Orangenbaumgärten und die jüdische und maurisch islamische Kultur. Und neue Bekanntschaften schließt man multikulturell am besten beim Essen…

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Tromsö: Einmal Polarlichter, Wale, Schlittenhunde – Reisebericht

Mein Projekt: Polarlichter sehen, Hundeschlitten fahren, Wale beobachten

Januar 2018 – Tromsö / Norwegen

Tag 1: Hurra, es geht los auf die Jagd nach Polarlichtern, Walen, Schnee und Kälte, über den Polarkreis nach Tromsö in Norwegen. Ich bin so gespannt und sehr neugierig auch auf die Polarnacht, denn aktuell geht in Tromsö die Sonne nicht über den Horizont. Wie hell/dunkel es wohl tagsüber sein wird?

Mit im Gepäck sind warme Klamotten, Schneekram wie Spikes, und jede Menge Futterzeugs, denn ich werde mich als Selbstversorger in zwei Ferienhäuser einquartieren und habe keine Lust, viel einzukaufen. Mein Hinflug geht von Düsseldorf über Kopenhagen über Oslo nach Tromsö, und ich gebe zu, auch wenn ich „klimaneutral“ fliege, habe ich ein kleines bisschen ein schlechtes Umweltgewissen. (Mehr Infos zur zweitbesten Option nach „Garnichtfliegen“ findest du z.B. bei Atmosfair). In Oslo verzögert sich der Abflug, denn Eis und Schnee müssen erst mit Hochdruck vom Flugzeug weggeschmolzen werden. Ich reise tatsächlich zum Polarkreis!

Enteisungskran am Flughafen Oslo
Enteisen, bevor der Vogel fliegt.

Windig bei 0 Grad begrüßt mich Tromsö, wo ich am kleinen Flughafen von einer sehr geschäftstüchtigen Ferienwohnungsvermieterin abgeholt werde. Schon beim Laufen des Meters vom Auto zur Eingangstür der Ferienwohnung bin ich so froh über die Spikes, die ich mitgenommen habe – denn hier ist es im wahrsten Sinne des Wortes „spiegelglatt“, und sonst bleibt mir morgen nur, auf dem Po die steile Auffahrt runterzuschlittern.

Die erste Ferienwohnung liegt etwas außerhalb Tromsös direkt am Fjord, von mir in der Hoffnung gebucht, dass sich auch in diesem Jahr die Wale direkt vor das Wohnzimmerfenster verirren. Die Wohnung ist etwas in die Jahre gekommen, Schranktüren fallen aus den Angel und alles ist etwas älteres Semester, aber es ist warm.

Tag 2: Das Morgenlicht schleicht sich in den Tag und gegen 11:00 Uhr ist die volle Helligkeit erreicht – also Dämmerlicht, aber heller als erwartet, und es taucht alles in wunderschönes Blau! Dieses Licht ist zauberhaft ♥. (Nur mein Zeitgefühl ist etwas durcheinander…)

Fjordbild
Tageslicht und die Sonne versteckt sich hinter dem Horizont.

Gekleidet im Zwiebelprinzip wird mir nicht so schnell kalt, die Funktionskleidung tut, was sie soll und funktioniert. Aber irgendwie bin ich etwas schlapp. Mist, ich glaube, da schleicht sich eine Erkältung ran! Für den heutigen Tag beschränken sich meine Unternehmungen darum auf einen Spaziergang und eine Busfahrt zum nächsten Supermarkt, von einer Bushaltestelle aus, die nur im Internet angezeigt wird. Hier stellt man sich einfach an den Straßenrand und stellt sich die Haltestelle vor, denn Schilder oder andere Kennzeichnungen gibt es hier außerhalb von Tromsö wenige.

Angehütte am Fjord
Angelhütte am Fjord

Tag 3: Das Landleben ist doch sehr beschaulich (zumal sich die Wale nicht gezeigt haben), und so ziehe ich heute in eine kleine Ferienwohnung mitten in Tromsö. Nach einem „Pfannensalat“ in Ermangelung einer geeigneten Salatschüssel (auf den Blumentopf komme ich erst später) drehe ich noch eine kleine Shoppingtour durch die Stadt und plane an der Touristeninformation von VisitTromsø meine Touren, so dass ich für die nächsten drei Tage Programm habe. (Was mich die ganze Reise gekostet hat, erfährst du hier.). Für heute gibt es echte tromsöische – tromsöjanische (?) Halstabletten und ein warmes Bett.

Tag 4: Auf zur Hundeschlittenfahrt! Mit einem Bus fahre ich mit meiner Gruppe hinaus zu den Huskies von Tromsø Husky. Nach einer Einkleidesession, bei der alle Teilnehmer warm und funktional eingepackt werden (hohe Stiefel sind wichtig!), und einer Trockenübung am Hundeschlitten, fahren wir in kleinen Gruppen raus zu den 120 Huskies. Was für ein Radau!
Immer in Zweierteams (einer fährt, der andere ist Pasagier mit Notbremsanker) wird uns ein Schlitten zugeteilt, vor den fünf Huskies gespannt sind, die es kaum abwarten können. So ein Gebelle. Ich darf fahren, und mein Puls steigt, während ich auf die Schlittenbremse trete – gleich, gleich soll ich die Bremse loslassen, gleich… wuaaaaaaaaaaah…der Schlitten zieht an und ich bin völlig aus dem Häuschen!

Ich bin ein Musher! Mal langsam, mal in rasantem Tempo geht es durch eine wahnsinnige Landschaft – Schnee staubt zwischen meinen Füßen auf, meine Stiefel verschwinden darin, eiskalter Wind weht mir ins Gesicht. Immer wieder bergab abbremsen, damit ich den Hunden nicht reinfahre, dann bergauf mitlaufen und anschieben, und dann über die flache Weite zischen – mit einem super Hundeteam: kein Verheddern, kein Anzicken, jeder kennt seine Aufgabe. Zwischendurch halten wir, werfen den Anker aus und genießen den Ausblick.

Hundeschlitten
Hundeschlittenteam

Was habe ich mir vorher Gedanken gemacht, ob ich es konditionell schaffe, nachdem ich mehrere Warnungen gelesen habe, dass „gute Kondition“ benötigt wird. Am Ende hat es genau gepasst: Ein wenig Kondition (mal schiebend einen Hügel im Schnee hochlaufen) und mehr Gleichgewichtssinn sowie ein Gefühl, wann es sinnvoll sein kann, auf die Bremse zu treten, damit der Schlitten nicht kippt – das hat geklappt!

Im Anschluss wärmen sich alle Teilnehmer bei heißer Schokolade und Gebäck in einer Holzhütte wieder auf. Zum Abschluss des Tages besuche ich in Tromsö noch das Polarmuseum, dass sehr liebevoll-anschaulich mit vielen Details und Exponaten die Zeit der Polarexpeditionen darstellt.

Tag 5: ES – IST – SO – KALT! Und so schön ♥! Mit einem Katamaran bin ich unterwegs auf Walsuche und harre bestimmt zwei Stunden draußen aus. Es sind -8 Grad, und nur Hüpfen, Zehengewackel und heißer Kakao bewahren mich davor, ganz ein (und fest-) zu frieren. Aber den Moment, in dem wir vielleicht Wale sehen, möchte ich nicht verpassen. Jetzt Ende Januar werden die Chancen geringer, noch Wale zu sehen, weil diese den Heringsschwärmen aus den Fjorden hinaus in das offene Meer folgen. Und dann…dann kommt der Glücksmoment!

Orcas im Fjord

Zum Schutz der Wale hält der Katamaran in deutlicher Distanz zu den Tieren, der Kamerazoom überbrückt etwas. Leider gibt es aber auch andere Boote, die den Schutzabstand nicht einhalten, teilweise gehen Taucher direkt bei den Walen ins Wasser.

Das Licht draußen ist so wunderschön!

Fjordfahrt
Fjordfahrt

Tag 6: Polarlichter – eine Garantie gibt es hier, wie auch bei den Walen, nicht, und ich bin aufgeregt, denn eigentlich war der Wunsch, Polarlichter zu sehen, der Ursprungsgrund für meine Reise. Aber Pablo und sein Team fahren uns mit dem Bus aus Tromsö hinaus, in die Dunkelheit hinein, und da taucht sie auf, die Aurora Borealis! Immer wieder halten wir an schönen Ausblicken und schauen dem Polarlicht bei knackingen -14 bis -20 Grad bei Kakao, Keksen und Lagerfeuer zu. Ganz langsam und zart schleicht sich das Polarlicht an den Himmel; ein grüner Schimmer, der kommt und geht, und einfach zauberhaft magisch ist. So viele Sterne, die Milchstraße, glasklare Luft… genau für solche Momente habe ich diese Reise gemacht.

Polarlichter in Norwegen

Tag 7: Koffer packen, ab nach Hause! So kurz dieser Urlaub war, so erfüllt war er mit wunderschönen Momenten: Auf dem Hundeschlitten durch eine atemberaubende Landschaft fliegen, Orcas in Freiheit sehen und dem Polarlicht beim Tanzen zuschauen. Zum Abschluss verabschiedet sich der Norden noch mit einmaligem Arktiskino. Es war wunderschön.

Reisebericht: Catania, die hässlich-schöne Stadt am Vulkan Ätna

Von Catania aus auf den Vulkan Etna: In einer Nacht- und Nebel-Whatsapp-Aktion habe ich noch einen Platz in einer geführten Gruppe bekommen. Mit dem Auto kann man auch selber bis zum höchsten Parkplatz auf den Etna fahren, und dann, wenn man möchte, mit der Gondel weiter nach oben.

Reisebericht – Mit Katzen nach Dubai auswandern

Geschafft! Wir sind da! Alle zusammen und ohne *grusel* meine Katzen plötzlich auf irgendeiner Quarantänestation hier in den Emiraten zu finden. Die Reise war anstrengend, aber schlussendlich lief alles glatt. Ich habe hier mal die verschiedenen Etappen zusammengeschriebselt:

20.01.2013 – kleine Stadt in NRW
So ein Stress! Mio konnte ich schnell schnappen, um ihn den Kennel zu verfrachten, aber Paule hat Lunte gerochen und sich versteckt. Mist….ich versuche, ihn aus seinem Versteck herauszuziehen, er entwischt und es beginnt eine wilde Jagd unter dem Sofa durch, über Schränke, wieder unter das Sofa, hinter den Schrank – verdammt, ich fluche…