Wandern im Harz: Waldliebe

„Das Geheimnis des Vorwärtskommens besteht darin, den ersten Schritt zu tun.“ (Mark Twain)

Für die einen ist es Spazierengehen, für die anderen Wandern – aber was es auch ist, es tut meiner Seele gut.

Als „Wanderanfängerin“ buche ich eine Kurzreise in den Harz – ursprünglich als Soloreise mit vier Tagen Aufenthalt geplant, wird daraus eine Freundschaftsreise, und aus verschiedenen Ecken Deutschlands kommen ein paar Freunde spontan vorbei! Ich freue mich so! Wald und Freunde ♥.

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Namensnennungen und Verlinkungen zu Veranstaltern und Orten, die ich besucht habe. Dieser Beitrag wird daher als Werbung gekennzeichnet.

Über die Maifeiertage reserviere ich ein kleines Apartment in Braunlage und auf meiner 3 1/2h Autofahrt ans Ziel steigt meine Vorfreude! Am Schild „Nationalpark Harz“ freue ich mich ganz wahnsinnig. Ich glaube, ich bin waldsüchtig!

Nach Ankunft und kurzer Pause in meinem Apartment mache ich mich auf den Weg zur Rappbodetalsperre, mit 106m die höchste Staumauer Deutschlands, und nutze die Wartezeit auf meine Freunde, um mich schon einmal umzusehen. Ich bin etwa ernüchtert, denn vormittags ist das Wetter nass, grau, windig – und eigentlich war ein Flug an der Megazipline über die Talsperre mit Harzdrenalin geplant – nur bei Sturm fliegt da nix.

Aber ich habe Glück – als ich an der Rappbodetalsperre ankomme, sind fast alle Wolken weg, es ist bestes Wetter, und durch viele Absagen sind so viele Flugslots frei, dass ich freie Wahl habe. Ich bin sehr aufgeregt, denn gleich geht es einmal durch die Lüfte an der GigaZipline quer über die Talsperre!

Tipp: Direkt am Harzdrenalin-InfoPoint kann man auf einem kostenpflichtigen Parkplatz parken. Den Parkplatz findest du hier auf GoogleMaps.

Sobald meine Freunde angekommen sind, gehe ich mit meinem Flugbegleiter zum Megaziplineturm, wo wir nach Unterschrift auf dem Risikobereitschaftszettelchen unsere Ausrüstung angelegt und die GoPro auf den Helm, und den Helm auf den Kopf geschnallt bekommen. Ich habe Herzklopfen – aber weniger Angst als gedacht. Vielleicht liegt es auch daran, dass meine Begleitperson ziemlich ängstlich ist – und beide Angst? Geht nicht.

Es ist fantastisch und der Flug viel zu kurz! Ein bisschen fühle ich mich wie Superman ;). Nach der Landung auf der anderen Seite der Talsperre gelangen wir über einen kleinen Fußweg an die 483 m lange Fußgängerhängebrücke RT Titan, die wir natürlich überqueren.

Tipp: Tickets für die Brücke bekommt man entweder am Harzdrenalin Infopoint oder an Ticketautomaten, die direkt an den Metalldrehtüren zur Brücke stehen.

Am Abend machen wir uns auf zu unseren unterschiedlichen Ferienwohnungen, und ich bekomme wirklich einen kleinen Schreck, als ich zum ersten Mal in meinem Leben Rotwild (…und nicht die kleinen Rehe aus dem örtlichen Gehege) schemenhaft in der Dunkelheit am Straßenrand sehe. In den folgenden Nächten fahre ich meine Strecken sehr, sehr vorsichtig und bin von den Tieren sehr beeindruckt, die mir jede Nacht begegnen.

An den folgenden drei Tagen wandere ich tagsüber mit Freunden durch den Harz und fühle mich im Wald zu Hause. Wald ist einfach mein Element!

Der erste Tag führt uns entlang der Luchs-Tour, einem Premiumwanderweg über 16.4 km. Wir fangen gemütlich an, indem wir mit der Burgbergseilbahn von Bad Harzburg aus auf den Burgberg hochfahren und uns dort die Ruine bei perfekter Aussicht ansehen. Die Wanderstrecke ist wunderschön mit wenig Asphalt und sehr abwechslungsreich. Unterwegs kommen wir auch am Luchsgehege vorbei, wobei mich dieses etwas traurig stimmt – ich finde das Gehege einfach zu klein.

Infos: Externe Links: Hier gibt es dieOutdoorActive GPX Strecke zur Luchs-Tour

Am nächsten Tag geht es hoch hinaus auf den Wurmberg und zur Wurmbergalm und der Weg an dem Wildbach Bode entlang ist eines meiner absoluten Highlights auf der ganzen Reise. Ich liebe die Bode, ich liebe diesen Wald!

Die Aussicht vom Wurmberg ist grandios, auch wenn man dabei leider sehr deutlich sieht, wie stark sich der Borkenkäfer inzwischen über die Bäume hergemacht hat. Andererseits: Es wird sich regulieren, die Bäume werden fallen, und vielleicht sieht es für unser Auge „hässlich“ aus. Aber eigentlich braucht die Natur nur etwas Zeit, um aus einer gefährdeten Monokulturlandschaft etwas wunderschönes Neues zu zaubern.

Infos: Externe Links: Hier gibt es dieOutdoorActive GPX Strecke zur Wurmberg-Gipfeltour

Von Schierke aus mache ich mich alleine am nächsten Tag über einen Teil des Harzer Hexenstiegs auf kurzem aber knackigem Weg zum Brocken, den mit 1.141 Metern Höhe höchsten Berg Norddeutschlands. Ausgemacht ist, dass ich mich mit Freunden oben treffe, die mit der Brockenbahn rauffahren wollen. Gut 2/3 der ca. 6km langen Strecke führen über große, rundgeschliffene Felssteine, und der Weg sieht aus, als wäre einem Riesen das Murmelglas ausgekippt – dieser Weg ist nicht flipfloptauglich und feste Schuhe sind Pflicht. Auch der Borkenkäfer begleitet mich auf dieser Strecke unübersehbar. Immer wieder hört man die Brockenbahn tuten und zischen, und manchmal kommt sie auf ihren Schienen direkt an einem vorbei. Das letzte Stück der Strecke bis zum Gipfel ist für mich sehr anstrengend, denn es ist heiß und das letzte Stück Weg geht eintönig über Betonplatten. Aber dann stehe ich oben (vor meinen Brockenbahnfreunden – ha!) und werde mit einer fantastische Aussicht belohnt. Trinken ist teuer, zur Toilette gehen auch – darum bringt man am besten etwas Kleingeld mit, wenn man eines von beiden braucht.

Infos: Externe Links: Hier gibt es dieOutdoorActive GPX Strecke zum Brockenaufstieg ab Schierke

Mit der Brockenbahn geht es wieder zurück nach Schierke, wo ich mein Auto abhole und dann weiter nach Wernigerode fahre, wo ein sehr gutes japanisches Restaurant gut dafür sorgt, dass ich alle verbrannten Kalorien wieder zu mir nehme. Die Altstadt von Wernigerode ist mit den vielen Fachwerkhäusern und dem alten Rathaus einfach wunderschön.

Leider ist am nächsten Tag das lange Wochenende vorbei, aber ein Abstecher ins Harzer Baumkuchenhaus versüßt den Abschied!

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