Reisebericht: Corona und eine Reise nach Rom

Rom, die ewige Stadt. Aber auch in ewigen Städten läuft der Gang der Dinge nicht immer gleich. Vor unserer Reise haben wir uns viele Gedanken gemacht: Fahren oder nicht? Jeden Tag haben wir die Entwicklungen rund um Covid19 in Italien verfolgt, bis zum letzten Abend die Aktualisierungen des Auswärtigen Amtes belauert. Als keine Reisewarnung kam, beschlossen wir zu fahren, für fünf Tage Rom. Und Corona holte unsere Reise ein.

Rom gehört uns (07.03.2020)

Nach einem ruhigen und stressfreien Flug ohne Atemmaske, die ich dennoch zuvor im Wühlkorb des Baumarktes bei sonst abgeräumten Regalen gefunden und gekauft habe, komme ich mit meiner Reisebegleitung in Rom gegen neun Uhr morgens an. Unser Flugzeug war nur halb gefüllt, und der Flughafen ist jetzt ebenso leer. Die Wärmebildkörpertemperaturmessung, die wir durchlaufen, als wir den Flughafen verlassen, schlägt nicht aus. Desinfektionsmittelspender sind leer, die Lage und Mitarbeiter entspannt.

Mit dem Schnellzug Leonardo Express geht es direkt vom Flughafen bis zum Roma Termini, das Ticket der 1. Klasse für den ganzen Zug kaufen wir dazu am Automaten. Bei der Entwertung am Gerät vor Zugeinstieg brauchen wir eine Weile, bis wir die Funktion des Gerätes verstehen: Kleines Ticket in den größten Schlitz – dann nach ganz links schieben, zack, Stempel drauf.

Vom Roma Termini aus laufen wir noch eine halbe Stunde zu unserer kleinen Ferienwohnung Casa Navona quer durch die Altstadt bis zum Piazza Navona. Die Stufen in unserem schmalen Treppenhaus sind sehr ausgetreten, es geht rauf bis in die dritte Etage. Statt funktionierendem WLAN gibt es Deichmannwerbung aus Tschechien. Aber es gibt Fensterläden. Ich liebe Fensterläden.

Es folgt Rom Freestyle: Nichts geplant, treiben lassen, gucken, wo wir landen. Und zu allererst ein Eis am Pizza Navona in der Eisdiele (Tipp: Quinto Gelateria), in der meine Begleitung vor vierzehn Jahren Eis gegessen hat. Hier gibt es Lakritzeis. Hallo? Lakritzeis! Morgen wieder.

Bei sonnig wolkigem Wetter laufen wir vom Piazza Navona los, vorbei am Pinocchio Geschäft mit den wundervollen Holzfiguren, bis zum Forum Romanum und Forum Traviano, zum Nationaldenkmal,  zum Pantheon.

Roms Straßen sind leer.

Alle Sehenswürdigkeiten haben geöffnet, aber es sind keine Leute da. Mitten auf der Straße vor dem Colosseum stehen bleiben und Fotos schießen, ohne umgefahren zu werden? Geht heute.

Etwas kaputt halten wir danach in unserem Häusle drei Stunden lang Schläfchenpause. Nach einem wunderbaren italienischen Essen im Ponte e Parione am Piazza Navona und dazu einem Kellner mit genau der richtigen Dosis an Smalltalk und freundlicher Flirterei bummeln wir noch ein bisschen über den Platz zum Pantheon und zum Trevi-Brunnen.

Ein abendlicher Kurzeinkauf beim Carrefour Express (Minisupermarkt) und in meiner Tasche beginnt es zu qualmen: Der Schrittzähler meines Smartphones bejubelt meine 29418 Schritte auf 18,83 km Asphalt. Unsere Apps feiern uns, und wir uns auch bei einer Tasse Tee.

Sonntagsausflug in Rom (08.03.2020)

Gefrühstückt wird direkt im kleinen Café unter unserem Apartment in der Hoffnung, das WLAN auch oben bei uns nutzen zu können. Anschließend machen wir uns auf zum Piazza Venezia, um dort den Bus zu den Katakomben San Sebastian und Saint Castillo zu nehmen. Oder vielleicht doch eine kleine Rennkugel des örtlichen Fiat 500 Vereins?

Das Busticket mit der Zusatzgebühr im Touristenzentrum kaufen wir nicht, sondern ziehen mit viel Kleingeld günstige Bustickets am Automaten.

Tipp: Bustickets kann man in Rom nicht beim Busfahrer kaufen; man bekommt sie an Kiosken, in Tabakläden oder direkt an Ticketautomaten, die an den größeren Straßenbahn- und Bushaltestellen stehen. Ein Ticket, dass 100 Minuten in alle Richtungen gültig ist, kostet aktuell 1.50€. Die Automaten akzeptieren Kleingeld (ab 10 Cent) bis zu Scheinen (10-Euro/20-Euro-Schein).

Die Busfahrt zur Via Appia Antica ist sehr holperig und wir werden mächtig durchgeschüttelt. An der Katakombe von San Sebastian kommen wir nicht weiter: Die großen Sehenswürdigkeiten sind geöffnet, aber es ist Sonntag, und ausgerechnet die Katakomben von San Sebastian sind geschlossen.

Wir laufen die Via Appia Antica weiter hoch, und je weiter wir laufen, desto mehr Leute kommen uns entgegen. Es ist eine schöne Straße, gesäumt von Akazien und Zypressen. Was machen die Römer hier an diesem Sonntag? Sie flanieren.

In der Hoffnung auf einen Markt gehen wir weiter und laufen an ganz vielen alten Steinen vorbei, auf ganz alten Steinen, denn die Straße ist noch sehr römisch mit großen Felssteinen gelegt. Nach einigen Kilometern drehen wir wieder um, denn die Füße beginnen schon, sich zu melden, und dabei haben wir noch keine geplante Aktivität gemacht.

Nach einer kurzen Pause auf einer sehr großen Gänseblümchenwiese lassen wir uns anschließend von unserem Katakombenführer in die San Callisto Katakomben reinführen. Und wenn jetzt hier das Licht ausgeht und der Katakombenführer durch einen Geheimgang wegschleicht? Unten ist es feucht, dunkel, ein kleines bisschen gruselig und sehr spannend! Auf 15 Hektar Fläche, bis zu 34m tief und auf drei Stockwerke verteilt, sind hier Grabnischen für 250000 Menschen eingerichtet. Leider dürfen wir in der Calixtus-Katakombe nicht fotografieren, was wir auch respektieren.

Nach Fragen über Entdeckung, Bau der Katakomben und Leichensäfte kommen wir wieder nach oben. Und oben wachsen Gänseblümchen, sehr große Gänseblümchen.

Im Anschluss fahren wir mit dem Bus 118 zurück Richtung Stadt und besuchen den Circus Maximus, die Tiberinsel (Isola Tiberina) mit ihrer schönen Fabricius Brücke (Ponte Fabricio bzw. Ponte dei Quattro Capi) und das Ghetto ebraico, das jüdische Viertel mit seiner Synagoge, in dem in früheren Jahrhunderten die jüdische Bevölkerung eingepfercht leben musste, und das heute als ein Viertel mit vielen Gassen, vielen Cafés und ganz vielen historischen Details zum Verweilen und auch zum Nachspüren der Geschichte einlädt.

Langsam machen die Beine schlapp und wir entschließen uns, das zu tun, was man in einer großen Stadt nicht tut: direkt am Hauptplatz in ein Restaurant zu gehen. Das Essen enttäuscht im CinCin – trockenes Brot, trockener Mozarella, ganz anders als im Ponte e Parione gestern.

Auf dem Rückweg zum Piazza Navona hangeln wir uns von Kirchenbesichtigung zu Kirchenbesichtigung, denn viele Gotteshäuser sind frei zugänglich. Die Kathedrale von Ignazius ist wunderschön – und geschäftstüchtig sind ihre Kirchenobersten. Hier wird vermarktet, was zu vermarkten ist, und das durchaus kreativ: Durch Einwurf von jeweils einem Euro kann man die Deckenmalereien beleuchten lassen, eine Krippe beleuchten, Kerzen kaufen. Ein großer Standspiegel im Kirchenschiff vergrößert die wundervolle Deckenmalerei, die so voller Details ist, dass man sich nicht sattsehen kann.

Zum Abschluss des Tages essen wir noch Crepes in der Quinto Gelateria und kaufen ein bisschen Kleinkram bei Carrefour. Morgen müssen die Füße wieder fit sein, denn es geht in die Vatikanischen Museen (und wir haben nicht vorgebucht)

Ein neues Dekret (09.03.2020)

Erst Frühstück im Casa & Bottega (Lieblingsplatz!), dann laufen. Auf zu den Vatikanischen Museen und zur Engelsburg. Wir kennen uns aus und gehen wieder zum Piazza Venezia und seinen Ticketautomaten, kaufen uns dort ein paar Bustickets und fahren dann Richtung Vatikanische Museen.

Der Petersplatz ist wenig gefüllt, aber die Warteschlange zum Petersdom sehr lang, sodass wir uns den Aufstieg für heute sparen – morgen ist der Petersdom dran.

Ein Sightseeing Guide stoppt uns kurz auf unserem Weg: „Museum closed!“. Aber wir haben ja extra vorher im Internet nach den Öffnungszeiten geguckt: „Museum open“ – bis wir dann vor verschlossener Tür stehen, denn seit gestern (08.03.2020) besteht ein Dekret, nachdem alle Museen und archeologischen Stätten geschlossen werden müssen. Corona hat uns eingeholt. Keine vatikanischen Museen, keine Engelsburg, kein Petersdom.

„Dann fahren wir jetzt eben fünfmal durch die Stadt“, brummelt es in leichter Trotzlaune in meinem Kopf. Bei der Engelsburg kaufen wir im Touristenkabuff bei einem etwas mürrischen Mitarbeiter zwei Karten für den Sightseeing Hop-On-Off-Bus. Im Bus sitzend steigt die Laune dann wieder sehr schnell, der Albernheitsmodus springt an und die lustige Musik auf den Kopfhörern, die in Dauerschleife zwischen den Infos zu Sehenswürdigkeiten dudelt, sorgt für mehrere Lachattacken.

Nach einer ganzen Runde mit dem Bus durch die Stadt steigen wir an der Engelsburg wieder aus und stellen fest: 150m die Straße runter liegt unsere Wohnung. Ein – hundert – fünfzig Meter. Wir sind heute morgen einen Kilometer zur Bushaltestelle gelaufen, um zwei Kilometer zum Vatican zu fahren und zur Engelsburg zur laufen, um danach festzustellen, dass wir von unserem Apartment nur 150m Fußweg entfernt sind. Wie gesagt: Wir kennen uns aus. Titel meines neuen Romans: Irrungen und Wirrungen in Rom.

Nach einer kurzen Erfrischung im Apartment geht es auf in die zweite Runde mit dem Sightseeingbus: Die spanische Treppe ist eher unspektakulär, aber schön. Einen Keller mit Ausgrabungsstätte und eine schöne Dachterrasse gibt es im Kaufhaus Rinascente, in dem ausschließlich hochpreisige Designerware verkauft wird. Der Zugang zur Dachterrasse ist heute kostenlos, und wir machen es uns dort bequem und essen etwas.

Im Anschluss fahren wir wieder Sightseeingbus (soll niemand sagen, wir hätten das Ticket nicht genutzt) und machen es uns dann bei heißer Schokolade von Grom zu den Filmen Illuminati und Sakrileg im Bett gemütlich. Komme ich nicht zum Museum, kommt das Museum eben zu mir.

Die Stadt wird eng trotz aller Weite (10.03.2020)

Wir machen uns auf zur Kirche Santa Maria del Popolo, auf den Spuren der Illuminati. Die Stadt leert sich, das neue Corona-Dekret ist in Kraft. Ganz Italien ist Sperrzone. Dieses merkt man auch auf den Straßen: Plätze sind von Tag zu Tag leerer, immer mehr Geschäfte haben geschlossen. Auch unsere Kirche hat geschlossen, wohl aber eher, weil es eine große Baustelle um das Gebäude gibt. Uns wird mulmig, wir verfolgen die Nachrichten und diskutieren, ob wir einen Flug einen Tag früher nehmen können und wollen.

Wir laufen weiter – etwas ziellos – durch Rom, rauf zur Villa Borghese. Von dem oben angelegten Park haben wir eine perfekte Aussicht, die wohl genauso wunderbar ist, wie vom Petersdom aus, den wir nicht mehr besuchen können. Am Sitz des Premierministers ist alles abgeriegelt, vor dem Gebäude werden Interviews gegeben. Nationale Notlage.

Bei einer Eispause auf dem Piazza Navona beobachte ich Fernsehreporter, die Passanten interviewen, zugleich singt jemand kräftig O Sole Mio und die Tauben baden im Brunnen, schütteln sich und glitzernde Wassertropfen fallen hinab. So normal, so schön, und so merkwürdig.

Nach einer weitere Runde durch die Stadt zum Käsekauf besuchen wir erneut das Restaurant Ponte e Parione um 17:30 Uhr. Wir sind die einzigen Gäste im Innenraum und müssen an getrennten Tischen sitzen, um die 1-Meter-Abstandsregel einzuhalten. Aufgefordert zum Schnellessen haben wir bis 18:00 Uhr Zeit, während um uns herum schon die Stühle hochgestellt werden. Der freundliche, etwas flirtige Mitarbeiter bietet uns seine Hilfe an, sollten wir in Rom feststecken, falls unser Flug morgen nicht geht. Italien ist Deutschland voraus. Wie wird es in den nächsten zwei Wochen in Deutschland werden?

Drei Minuten nach Sechs verlassen wir das Restaurant und gehen über den sehr ruhigen Piazza Navona. Alle Restaurants sind geschlossen. Mitten in der Woche. Die neuen Covid-19 Regeln sind in Kraft. Auch im Supermarkt gilt die Abstandsregel; an der Kassenwarteschlange sind Abstände mit Klebeband auf dem Boden markiert. Rom wird ruhig, sehr ruhig.

Fahrten beschränken sich auf das Wesentliche, was für uns bedeutet: Morgen schlafen wir aus und werden dann auf direktem Weg zum Flughafen fahren.

Abreise bei Reisewarnung (11.03.2020)

Womit es begann, damit hört es auf. Lakritzeis.

Unser Flug geht spät, aber er geht. Erleichterung, wäre doch ein Ticket gestern doppelt so teuer geworden. Und gleichzeitig steigt in uns der Wunsch, nach Hause zu fliegen. Es wird eng in Rom, obwohl noch nie so viel Platz war. Täglich spuckt die App vom Auswärtigen Amt neue Aktualisierungen aus. Reisewarnung besteht jetzt für ganz Italien.

Der Leonardo Express bringt uns verlässlich zum Flughafen, wo wir von Desinfektionsmittel an jeder Ecke, Ausfüllkarten für Italiener und streng meterweise abgetrennten Boxen beim Sicherheitscheck begrüßt werden. Die Organisation ist gut.

Adresse und Kontaktpersonen vermerken wir während unseres Fluges auf Aussteigerkarten, die eingesammelt werden, bevor wir landen – keiner kommt unregistriert aus dem Flugzeug. Auf deutschem Boden war das jedoch auch schon das höchste Maß an Vorsicht: Weder gibt es Desinfektionsmittel noch Temperaturkontrollen für uns Ankommende. Nichts.

Ich bin zurück. Corona lässt sich Zeit. Aber nicht viel. Drei Tage wird es dauern, bis sich die Geschichte der hochgeklappten Bürgersteige bei uns in Deutschland fortsetzt.

Eine Woche später (19.03.2020)

Knapp eine Woche nach der Rückkehr aus Italien sitze ich vor dem Fernseher in meinem Wohnzimmer, mein Homeoffice-Tag ist erledigt, eine weitere Woche zu Hause liegt vor mir, bevor ich meinen Arbeitsplatz wieder betreten darf. Nach meiner Rückkehr in einer noch etwas besonderen Situation bin ich schon drei Tage später eine von vielen, die „Social Distancing“ betreiben, ohne offiziell in Quarantäne zu sitzen.

Es fällt mir schwer, Leichtigkeit in diesen Beitrag zu bringen. Über den Bildschirm flimmert die Tagesschau und informiert über die neusten Covid19-Verläufe in der Welt. Was wie ein leichtes Schwappen anfing, entwickelt sich sehr schnell zu einer Welle, die überrollt. Inzwischen gibt in Italien über 3000 Tote, über 40000 Infizierte, die medizinische Infrastruktur dort schafft es nicht mehr, alle Erkrankten zu versorgen. Der Piazza Navona ist zu sehen, leer. Menschenleer. Wechselnde Bilder, Militärautos, die Verstorbene transportieren. In Deutschland waren wir etwa ein bis zwei Wochen in der Corona-Entwicklung hinter Italien her. Ich hoffe sehr, dass sich die Entwicklung hier nicht ähnlich fortsetzt und dass diese Seuche in Italien, Deutschland und weltweit bald rückläufig ist.

Passt auf euch auf. Haltet Abstand. Verliert nicht den Kopf. Bleibt gesund.

tantereisefieber

Eine Tasse Tee, dazu ein gutes Buch und mit der Katze auf dem Sofa. Alternativ trifft man mich irgendwo draußen im Wald.

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4 thoughts on “Reisebericht: Corona und eine Reise nach Rom

  1. Sehr schöne Bilder, aber bei dem Beitrag bin ich nicht mit Dir d’accord. Gerade Anfang März, als die Menschen in Deutschland beginnen, zu hamstern, nach Rom zu fliegen, warum? Hattest Du keine Angst, das Virus mit nach Deutschland zu nehmen? Über die Hälfte der infizierten Menschen zeigt keinerlei Symptome und nur rund vierzig Prozent haben erhöhte Temperatur. Der Mundschutz schützt den Träger nicht vor Ansteckung, da sich die Viren auch an Feinstaubpartikel heften.

    War die Reise schon lange im Voraus gebucht?

    Die Bilder sind toll, aber ich kann mir vorstellen, dass die Stimmung dort sehr seltsam gewesen sein muss. Selbst in Deutschland kommt man sich momentan komisch vor, wenn man spazieren geht…

    Liebe Grüße und alles Gute, bleib gesund! 😉
    Kasia

    1. Hallo du Liebe,

      die Reise war vor Corona geplant. Angst, das Virus aufzuschnappen oder zu verbreiten, hatte ich tatsächlich nicht wirklich, eher noch Sorge, irgendwo in irgendeiner Quarantäne zu sitzen. Tatsächlich bestand zu der Zeit in meinem Job wahrscheinlich mehr Risiko einer Infektion als in Rom, wo ich bis auf Gespräche im Restaurant und zu meiner Begleitung kaum Kontakt zu anderen hatte. Auch die Hamsterei in Deutschland (völlig irrational aus meiner Sicht und darum für mich kein Entscheidungs- oder Verhaltensmaßstab) ging für mich erst bewusst wenige Tage nach meiner Rückkehr los. Davon abgesehen haben wir uns natürlich in Rom an alle Regelungen gehalten (bevor diese überhaupt in Deutschland auch nur angedacht waren) und auf besondere Hygiene geachtet.

      Ich fand es schwierig, den „noch akzeptablen“ Zeitpunkt für eine Reise festzulegen. Damals war nur Norditalien stark betroffen – mache ich eine Ansteckungsgefahr an geografischen Grenzen fest oder an den Gebieten, die tatsächlich betroffen sind?

      Bei meinen Reisen richte ich mich nach den Empfehlungen des Auswärtigen Amtes, und eine offizielle Reisewarnung bestand nicht. Eine Woche später – und wir wären nicht gefahren, denn die Lage sah ganz anders aus. Dennoch war es natürlich ein sehr persönliches Abwägen, und ich verstehe jeden, der sagt, er wäre da schon nicht mehr gefahren.

      Tatsächlich war die Stimmung dort am Ende seltsam, aber entspannter als hier…wenigstens nach meinem Gefühl (Italiener mögen das vielleicht anders sehen). Aber sobald ich wieder in Deutschland war, ging mir die Katastrophenendzeitstimmung hier in Deutschland mächtig auf die Nerven. Und bis jetzt…

      Ich habe übrigens morgen 2 1/2 Wochen zu Hause rum, sodass das, was an Corona hier so rumschwirrt, vielleicht auch seinen Weg über Italien gefunden hat, aber nicht über mich andere erreicht.

      Wie dem auch sei, jetzt heißt es erstmal abwarten, wie sich die Dinge entwickeln. Die nächsten Reise folgen, nach Balkonien und andere entfernte Ziele (vielleicht sogar in die Tiefen meines Kellers…aber da gibt es so gruselige Tierchen ;)…).

      Pass auf dich auf und bleib gesund 🙂

      1. Reisen in die Tiefen des Kellers, lach… Ich hoffe, Du hast einen schönen Garten oder ähnliches, damit die Zeit zu Hause angenehmer ist.

        Die Situation veränderte sich hier tatsächlich von Tag zu Tag; ab März durfte unser Außendienst keine Kundenbesuche mehr machen. Deshalb habe ich mich über den Trip gewundert 😉 Ich schätze, ein Jährchen oder so wird die ganze Geschichte noch dauern.

        Momentan vertreibe ich mir die Zeit auf Terrassien und in Gardenien und betreibe Power-Couching. Dann muss noch der Blog wieder aufgebaut werden, ich bin zwar online, aber einige neuere Artikel fehlen. Im Grunde ist die Arbeit vom ganzen letzten Jahr umsonst gewesen, glücklicherweise habe ich mir Sicherheitskopien gemacht, ehe ich offline ging. Also, noch viel zu tun!

        Pass ebenfalls auf Dich auf und alles Gute 😉

        1. Einen Balkon habe ich, und tatsächlich tat die Zeit auch sehr gut. Einfach mal Zeit für „Kram“ (von dem ich dann aber auch wieder kaum was gemacht habe…).

          Über deinen Blog habe ich mich schon gewundert, weil ich mehrmals auf Datenbankfehlern und Wartungsseiten gelandet bin. Da dachte ich, dir hat es die Dstenbank zerschossen. Ich freue mich jedenfalls, jetzt bei dir weiterlesen zu können!

          Bis bald 🙂

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