Ausflugsziel: Umschaltwerk in Recklinghausen – RWE Technikmuseum Strom und Leben


Energie geht nicht verloren.

Hermann Ludwig Ferdinand von Helmholtz (1821 – 1894), deutscher Physiker und Physiologe

Vor kurzem gab es einen Stromausfall in Berlin Köpenick. Bauarbeiter hatten versehentlich die Gesamtversorgung gekappt, so dass ca. 30000 Haushalte für gut zwei Tage ohne Strom waren. Ohne Strom! Kein Fernsehen, kein Internet, kein Handy (nicht mal eben laden…), kein Kühlschrank, kein elektrisches Licht, keine Waschmaschine… wie sehr unser Alltag von Elektrizität abhängt, merken wir eigentlich immer nur dann, wenn uns mal der Strom ausfällt. Und was anfänglich romantisch scheint (Kerzenlicht!), wird dann doch irgendwie unpraktisch.

Was wären wir ohne Energie, Licht, Wärme?

Elektrizität ist schon ein sehr spannendes Thema, auch wenn leider in der Schule manchmal die Freude daran im Physikunterricht abhanden kommt. Viel interessanter als eine Physikstunde ist dagegen mein heutiges Ausflugsziel: das Umspannwerk Recklinghausen und das darin befindliche RWE Technikmuseum Strom und Leben, die Teil der Route der Industriekultur sind. Perfekt für einen verregneten Sonntag!

Die Anfahrt von der A43 / Ausfahrt Recklinghausen Süd ist einfach und das Navi findet das Umspannwerk ohne Schwierigkeiten. Ein kleiner Parkplatz ist vorhanden, aber bei Regenwetter voll, es gibt aber genug Parkplätze auf der Straße.


Umspannwerk. Was ist das? Was tut es?

Umspannwerk; das: Ein Umspannwerk (auch Umspannanlage) ist Teil des elektrischen Versorgungsnetzes eines Energieversorgungsunternehmens und dient der Verbindung unterschiedlicher Spannungsebenen. […]Zur möglichst verlustarmen Übertragung der elektrischen Energie vom Kraftwerk zum Verbraucher wird die elektrische Energie über mehrere Spannungsebenen transportiert. Die optimale Spannungsebene wird je nach zu übertragender Leistung und der Entfernung gewählt. https://de.wikipedia.org/wiki/Umspannwerk – 03.03.2019


Die Ausstellung

Auf gut 2.500 qm Ausstellungsfläche führt mich das Museum durch die Geschichte der Elektrifizierung als Teil der „Zweiten Industriellen Revolution“ ab etwa 1880.

Nach Zahlung des Eintritts führt ein Rundweg durch das Umspannwerk: Zunächst kommt man an kleinen Elektrizitätsexperimenten vorbei, bei denen man seine eigene Spannung messen und Strom erzeugen kann und die einem die Haare zu Berge stehen lassen – zum Glück gibt es, ganz praktisch, eine Etage höher einen alten Frisörsalon. Wer mag, kann die Funken überspringen lassen und wer sich traut, schiebt ganz langsam mit einem Partner die Hände an den großen Plasmakugeln zusammen. Zwitsch!

An Transformatoren, Generatoren und Dampfmaschine vorbei geht es an der „alten Elektrischen“ von 1916 zu den modernen Elektroautos aus den 80ern. Und da stelle ich mir schon die Frage, warum sind wir in den letzten 30 Jahren noch nicht so viel weiter gekommen mit den Elektroautos? Ein paar schicke, etwas altmodische Flitzer und ein toller Lieferwagen sind dabei.

Der weitere Rundgang führt durch das Umspannwerk an Schautafeln vorbei, die die Geschichte des Umspannwerkes seit 1927 erzählen und gut verständlich erklären, was es mit Elektrizität, Spannung und Ladung auf sich hat.

Mein persönliches Highlight und für mich das Herzstück der Ausstellung sind die im Erdgeschoss aufgestellte Sammlung alter Haushaltskleingeräte und die obere Etage, in der Räume des Alltags zu Landwirtschaft, Industrie und Haushalt nachgestellt und viele elektrische Geräte von den Anfängen ihrer Entwicklung zu sehen sind. Webmaschine, Gaslicht, JukeBox, Bügeleisen, Fernseher, Mikrowelle.

Wer mag, kann im Frisörsalon Probe sitzen, sich im Schwarzweiß-Kino einen kleinen Film anschauen, der Musik eines alten Radios lauschen, verschiedene Glühbirnen testen oder ganz klassisch eine Runde PAC MAN oder TETRIS spielen… Und sein gutes, altes Nokia 3310 hinter Glas entdecken.

Beim Bügeleisenhochhebtest oder in der Mini-Ausstellung medizinischer Geräte bin ich dann doch sehr froh, dass all diese Dinge immer weiter entwickelt wurden. Denn: Dieses Ding da ist kein tragbares Telefon-Fernsehgerät, sondern ein Defibrillator.

Ideen?

Ich würde mich sehr freuen, wenn die Ausstellung erweitert würde. Ein wenig gefehlt hat mir das Thema „Spielzeug“, denn auch in den Kinderzimmern hat sich seit der Steckdose im Kinderzimmer viel getan; sei es die elektrische Eisebahn, die Carrera-Bahn oder der Einzug von sprechenden Puppen und Kuscheltieren. Als weiteres Thema würde mir „Sportgeräte“ sehr gut gefallen – wann sind die Menschen auf die Idee gekommen, ihre Muskeln durch elektrische Impulse zu reizen und sich auf ein Band zu stellen, dass immer weiter vorwärts läuft? Vielleicht werden diese Themen ja irgendwann einmal im Museum aufgenommen. Fest steht, ich komme gerne wieder!

Fazit:

Insgesamt ist der Besuch im Umspannwerk sehr lohnenswert und für RuhrTopCard – Besitzer auch vergünstigt. Die Ausstellung ist für Kinder gut geeignet und lädt an verschiedenen Stationen zum Experimentieren ein. Für Kindergärten, Grundschulen und weiterführende Schulen werden auch Experimentierwerkstätten angeboten; ebenso kann hier Kindergeburtstag gefeiert werden.

Auf einen Blick:

  • Adresse: Zeitschalter gGmbH Uferstr. 2-4, 45663 Recklinghausen

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