Guernsey Coastal Path – Etappe 3


Mein Projekt: Bailiwick of Guernsey – Coastal Walk
Länge: ca. 70km – gesehen: 55 km
Perelle Bay => Beaucette Marina

An meinen Ausgangspunkt zu kommen gestaltet sich schwieriger als gedacht …neben schlechten Anschlussverbindungen ist die passende
Umsteigebushaltestelle nicht zu finden. In der naheliegenden Tankstelle werde ich begrüßt mit „Oh, now she is going to ask me about the bus…“. She is…. Und sie bekommt auch Hilfe 😊.

Nach etwa einer Stunde Fahrzeit für wenige Kilometer (7?) komme ich endlich an meinen Startpunkt an. Ich glaube, dieser Start wird wahrscheinlich das Begleitthema der heutigen Tour – Kaugummi. Denn die heutige Tour geht mit viel Straßenanteil an der Nordküste entlang, an der ein Strand dem nächsten folgt. Aber vielleicht hält die Strecke ja doch die ein oder andere Überraschung bereit.

Auf der einen Seite das Meer, auf der anderen Seite Cottages.

Das Meer und das Wetter machen jedenfalls direkt gute Laune.

Ich folge dem Weg zunächst auf eine kleine Straße, wo ein Bauer Pferdedung kostenlos in Säcken zum Mitnehmen anbietet, und komme auf einen kleinen Pfad, an dem „Naturreservat“ steht.

Dieser entpuppt sich ziemlich schnell als Pfadattrappe – denn vor mir liegt pötzlich ein felsiger Küstenabschnitt…äh, ja, und nun? Komoot sagt, da ist ein Weg – ich sehe nicht wirklich einen, aber die Richtung macht Sinn und nach oben geht es eh nicht, weil dort Warnschilder stehen, die mir sagen wollen, dass dort oben PRIVAT ist. Na denn, dann wird halt gekrakselt. Auf den Kieseln geht es noch, aber je größer die Felsen werden, desto mehr Seetag liegt in Schichten dazwischen.
Und uh! Manchmal ist es nicht möglich von einem Felsen auf den nächsten zur hüpfen, und dann trete ich auf Tonnen von Seetang …und bei jedem Schritt fliegen Unmengen schwarzer Fliegen auf; eklig! Aber umdrehen, den ganzen Weg wieder hoch? Nö…

Steinstrand

Nach einer Weile habe ich es geschafft und komme an einen Strand, der zwar steinig ist, aber auf dem man wieder sehr gut laufen kann. Geschafft.

Bei Fort Hommet lege ich eine Pause ein und auch mein Handyakku bekommt Strom… Mist! Der Stecker vom Ladekabel ist gebrochen! Mit viel Liebe zum Detail repariere ich den Anschluss notdürftig mit Hilfe eines Taschenmessers, Klebeband und Dauerfesthalten, um jede Erschütterung zu vermeiden. Dabei fällt mir auf, dass ich in der Tasche meines Rucksacks das zweite Ersatzkabel dabei habe. Manchmal hat es eben auch etwas Gutes, vergesslich zu sein.

Cobo Bay, Vazon Bay… Ein schöner Strand folgt dem nächsten und alle sind irgendwie besonders. Ein Strand eher rau, felsig und mit super Wellen für die Surfschule; direkt daneben eine Bucht mit ruhigem türkisfarbenem Karibikwasser…und zwischendrin immer wieder kleine Landzungen, auf denen sich mittelalterliche Wehranlagen oder Anlagen der Deutschen aus dem 2. Weltkrieg befinden.

Bei Mont Cuet kommt aufgrund eines Rechtschreibfehlers auf einem Warnschild – von diesen gibt es hier ausgesprochen viele – meine kindliche Ader durch, und ich amüsiere mich über den „Stand“, an dem bei roter Flagge geschossen wird. „Keep out“, „Warning“…eine gefährliche Ecke hier.

Warnschild mit Rechtschreibfehler
So oder so sollte man lieber nicht getroffen werden.

Da aber keine rote Fahne gehisst ist, und mir einige Spaziergänger entgegenkommen , gehe ich weiter . Eine nette Dame spricht mich an, und zeigt mir einen Modellflugplatz in der Nähe.

Wildlife Observatory und Müllkippe

Auf meinem weiteren Weg verändert sich die Landschaft, doch nicht unbedingt zum Positiven, denn etwas irritiert stelle ich fest, dass sich plötzlich zu meiner Rechten Guernseys Hauptmüllkippe befindet. Direkt neben der Müllkippe befindet sich ein Vogel Observatorium und beides lasse ich schnell hinter mir und finde schon bald darauf rechts von mir einen schicken Golfplatz. Diese Strecke ist doch deutlich abwechslungsreicher als ich gedacht habe, und es gibt ganz oft die Möglichkeit über den Strand oder über Pfade zu laufen. Und da gerade Ebbe ist, denkt Komoot, dass ich auf dem Wasser laufe. So genau hatte ich es mit dem ‚um die Insel laufen‘ dann doch nicht gemeint.

Nach gut 20 Km Wanderung entlang der Küste platze ich verschwitzt, zerstrubbelt und zerzaust in ein schickes Restaurant im Yachthafen der Baucette Marina auf #Guernsey, wo sich der Kellner seine Irritation über mein etwas unordentliches Erscheinen kaum anmerken lässt ☺ Was soll’s…essen kann man auch zerzaust.

Beaucette Marina
Blick auf die Beaucette Marina – morgen geht es genau hier weiter.

Geplant und getrackt habe ich die Strecke in Koomot. Unter „Komoot“ gibt es auch meinen .gpx Track zum Nachplanen :).

Alle Beiträge zur Wanderung 2018 auf der Kanalinsel Guernsey findest du unter der Kategorie Guernsey – Channel Islands.

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